Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

Ökonomische Situation

Ein Gewinn für Familie und Gesellschaft:
Über den Wert und die Kosten von Kindern

von Angelika Engelbert

„Ein Kind kostet ein Haus.“ So wird die hohe finanzielle Belastung von Eltern häufig auf den Punkt gebracht. Kinder erfahren aber auch eine hohe Wertschätzung. Worin besteht der Wert von Kindern und welche Kosten entstehen für Familien und Gesellschaft?
Kinder sind uns in doppelter Hinsicht „teuer“: Sie verursachen Kosten, aber sie haben auch einen (immateriellen) Wert, der dazu führt, dass diese Kosten ignoriert oder bewusst in Kauf genommen werden. Vielen erscheint deshalb die Diskussion über den „Kostenfaktor Kind“ befremdlich. Gerade beim Kinderhaben wird ein ökonomisches Kalkül als abwegig oder zumindest als nebensächlich vermutet. Stattdessen gelten emotionale und nicht-rationale Aspekte als ausschlaggebend. Solche Annahmen verweisen mit Recht auf die begrenzte Reichweite rein ökonomischer Herangehensweisen an das Thema „Kinderkosten“ und legen die Berücksichtigung von nicht-materiellen Größen nahe. Einerlei, ob man den Fokus stärker auf den Wert von Kindern oder auf ihre Kosten richtet: unterschieden werden sollte in jedem Fall zwischen der Perspektive von Individuen bzw. Eltern und der Perspektive der Gesellschaft bzw. der Allgemeinheit.

 

Der Wert von Kindern für Eltern

Wenn auch die Geburtenzahlen zurück gegangen und die Familien – statistisch gesehen – kleiner und vor allem seltener geworden sind, so ist der grundsätzliche Wunsch nach einem Leben mit Kindern bei den meisten Erwachsenen doch weiterhin vorhanden. Kinder stellen für die meisten Erwachsenen eine Bereicherung dar, die das Leben mit ihnen erstrebenswert macht. Empirische Untersuchungen ermitteln zwar im Einzelnen unterschiedliche Rangfolgen von Wertaspekten, verweisen jedoch deutlich auf mindestens drei verschiedene Dimensionen. Kinder haben demnach vor allem einen emotionalen Wert, bereichern die Erfahrungen und sind sinnstiftend. Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Entwicklungen, die mit den Stichworten Rationalisierung von Beziehungen, Individualisierung der Gesellschaftsmitglieder und Emotionalisierung der Familie gekennzeichnet werden, lassen sich diese immateriellen Wertaspekte im Einzelnen folgendermaßen beschreiben:

Kinder sind wichtige und vor allem verlässliche Quellen und Objekte für emotionale Zuwendungen. Sie eröffnen die Möglichkeit zu lieben und geliebt zu werden, auch unabhängig von den schwieriger werdenden Partnerbeziehungen. Kinder ermöglichen ihren Eltern direkte, „dialogische“ Beziehungen (Huinink 1997).

Kinder vermitteln neue Erfahrungen. Der Umgang mit ihnen macht Eltern Spaß, da ihre ursprünglichen und (noch) unangepassten Äußerungen und Verhaltensweisen in der standardisierten und durchrationalisierten Lebenswelt neue und erfrischende Anregungen geben können. Sie bieten damit auch für Erwachsene die Möglichkeit, im Umgang mit ihnen kreativ und ungezwungen zu sein, ohne gegen herrschende Normen verstoßen zu müssen.

Kinder konstituieren für Erwachsene die Elternrolle und vermitteln Orientierungspunkte in deren Leben. Dies wird deshalb ganz besonders wichtig, weil es immer weniger vorgegebene Fixpunkte und Bindungen für die Lebensgestaltung gibt. Die Individuen können bzw. müssen ihren eigenen Lebensweg und Lebenssinn finden. Kinder verschaffen ihren Eltern einen solchen Lebenssinn. Sie dokumentieren durch ihre Entwicklung und Persönlichkeit auch die Individualität und Authentizität der Eltern und ermöglichen auch deren soziale Anerkennung aufgrund der Lebensleistung, Kinder großzuziehen.

Auffallend ist dabei, dass es nicht die Zukunft der Kinder, sondern ihre Gegenwart ist, die von Eltern als bereichernd angesehen wird. Offensichtlich ist auch, dass Kindern kein materieller Wert zugeschrieben wird. Dies war nicht immer so. In früheren Zeiten haben Kinder bereits in jungen Jahren durch ihre Arbeit zur Existenzsicherung der Familie bzw. „des Hauses“ beigetragen. Außerdem stellten sie für die meisten eine Investition in die Zukunft dar, da sie für die spätere Alterssicherung ihrer Eltern zu sorgen hatten. Seit dem 19. Jahrhundert wurden Kinder durch staatliche Interventionen zunehmend vor den Gefährdungen, insbesondere der industriellen Arbeit geschützt und von der Erwerbsarbeit weitgehend ausgeschlossen. Hinzu kam, dass durch die Einführung der Rentenversicherung eine materielle Absicherung im Alter unabhängig von eigenen Kindern möglich wurde.

Insgesamt liegt der Schwerpunkt des Kinderwertes für die einzelnen Familien demnach eindeutig auf aktuellen, gegenwartsbezogenen Gewinnen. Der Umgang mit Kindern ist es, der bereits einen Wert für sich darstellt. Es sind somit die Kinder selbst, die das Leben der Eltern bereichern und weniger ihre erwartbaren Leistungen als spätere Erwachsene.

 

Der Wert von Kindern für die Gesellschaft

Seit dem Fünften Familienbericht (1995) wird mit Bezug auf den gesellschaftlichen Wert von Kindern auch von „Humanvermögen“ gesprochen. Damit sind die für die gesellschaftliche Wertschöpfung unabdingbaren Kompetenzen, Qualifikationen und Motivationen von Individuen gemeint. Ohne Kinder und ohne angemessene Sozialisations- und Bildungsprozesse in der Kindheit lässt sich dieses gesellschaftliche Humanvermögen aber nicht entfalten. Die absehbare Veränderung der Altersstrukturen unserer Gesellschaft lässt darüber hinaus einen weiteren gesellschaftlichen Wertaspekt von Kindern an Bedeutung gewinnen: ihre spätere Arbeitskraft und ihre Kompetenzen im Rahmen privater oder professioneller Pflege ist aufgrund des größer werdenden Pflegebedarfs unverzichtbar. Kinder haben – gesellschaftlich gesehen – also durchaus einen ökonomischen Wert. Am bedeutsamsten scheinen derzeit jedoch die Gefährdung des Generationenvertrags aufgrund drastischer Verschiebungen im Generationenverhältnis und damit der zukünftige Beitrag der Kinder als spätere Rentenzahlerinnen und Rentenzahler zu sein.

Diese wichtige, gesellschaftliche Perspektive auf den Wert von Kindern ist vor allem durch deren zukünftige Lebensleistungen begründet. Gerade in den letzten Jahren wird jedoch auch ein anderer, eher gegenwartsbezogener Aspekt des gesellschaftlichen Wertes von Kindern betont: Im Umgang mit ihnen werden nämlich grundsätzlich bedeutsame Handlungskompetenzen, wie etwa konkret-sinnliche, bedürfnis- und personenbezogene Fähigkeiten wichtig, die die in modernen Gesellschaften dominierende Zweckrationalität des Handelns ergänzen. Solche Fähigkeiten sind jedoch nicht „naturgegeben“, sondern werden vor allem in der alltäglichen Auseinandersetzung mit Kindern entwickelt. Insofern vermitteln Kinder gerade in der durchrationalisierten Lebenswelt hochindustrialisierter Gesellschaften subjektiv bedeutsame und gesellschaftlich unverzichtbare Fähigkeiten. Sie stellen ein wesentliches Medium der Persönlichkeitsentwicklung von Erwachsenen dar und schaffen sich zu einem gewissen Grade selbst ihr kindgerechtes Interaktionsklima. Kinder bereichern hierdurch das Handlungsrepertoire der Erwachsenen. Die Eltern nehmen diese Bereicherung durchaus wahr. Dass aber auch alle anderen Gesellschaftsmitglieder auf diesen Beitrag der Kinder angewiesen sind, damit bestimmte Sozialisationsbedingungen für Erwachsene erhalten bleiben, ist eine verhältnismäßig neue Perspektive. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass dieser Wert, dieser positive Beitrag von Kindern, erst „entdeckt“ wurde, als der Rückgang der Kinderpopulation die Gefahren einer „kinderarmen“ und „kindentwöhnten“ Gesellschaft heraufbeschwor.

 

Kosten von Kindern für Eltern

Kinder verursachen Kosten – z.B. für Ernährung, Körperpflege, Kleidung, Freizeit, Bildung und nicht zuletzt für zusätzlich erforderlichen Wohnraum. Wie viel ein Kind nun in konkreten monetären Größen „kostet“, darüber hat es lange Zeit nur sehr spärliche Informationen gegeben. Eine der ersten derartigen Aufstellungen wurde im Jahr 1979 vom wissenschaftlichen Beirat für Familienfragen vorgelegt. Ausgehend von den Ergebnissen der 1974 durchgeführten Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) stellte der Beirat alle Aufwendungen für den privaten Verbrauch zusammen und berechnete die Ausgaben pro Familienmitglied. Der Bedarf der Kinder wurde mit 70% des Bedarfs von Erwachsenen berücksichtigt. Ein wesentliches Ergebnis war, dass die Ausgaben für Kinder mit dem Haushaltstyp, der Haushaltsgröße und dem Einkommen schwankten. In allen Haushaltstypen waren die Verbrauchsausgaben je Kind in der höchsten Einkommensstufe etwa dreimal so hoch wie in der niedrigsten. Im Durchschnitt aller Familien wurden damals ca. 240 € für ein Kind ausgegeben (Wissenschaftlicher Beirat 1979).

Ähnliche Berechnungen wurden für die Jahre 1998 und zuletzt 2003 durchgeführt. In die Angaben sind Ausgaben für Dienstleistungen und Waren insbesondere für die Bereiche Wohnen, Nahrungsmittel, Bekleidung und Verkehr eingegangen. Der ermittelte Durchschnittswert ergab für das Jahr 2003 pro Kind und Monat 549 €, wobei Kinder bis zu 5 Jahren 468 € pro Monat „kosten“, für die 6- bis 11-Jährigen wurden 568 und für die bis zu 18-Jährigen 655 € an Ausgaben ermittelt (vgl. hierzu Münnich 2006). Legt man diese Kosten zugrunde und berücksichtigt insofern keine Preis- und Kostensteigerungen, so kann man für das Jahr 2003 sagen, dass Eltern bis zum 18. Lebensjahr im Schnitt 118.565 € für ihr Kind ausgegeben haben. Im Zeitraum zwischen 1998 und 2003 haben sich laut den Ergebnissen der EVS die Ausgaben der Eltern für ein Kind um 10,7% erhöht. Setzt man diese Kostensteigerung auch für die letzten 6 Jahre an, so beliefe sich der auf diese Weise kalkulierte Gesamtbetrag auf 131.250 €.

Die Höhe der Ausgaben hängt entscheidend, von der Kinderzahl, von der Familienform, vom Alter des Kindes und vor allem vom Einkommen der Haushalte ab. Alleinerziehende können deutlich weniger für ihre Kinder ausgeben als Paare. Je weniger Kinder zu versorgen sind, je älter das Kind ist und je mehr Einkommen eine Familie hat, desto höher sind die Ausgaben für das einzelne Kind. So gaben Paarhaushalte mit einem Kind in der untersten Einkommensgruppe im Schnitt 325 € für das Kind aus, in der obersten Einkommensgruppe waren es dagegen 862 €.

Diese Daten können nicht mit den Lebenshaltungskosten für Kinder gleichgesetzt werden, da u.a. alle über den Konsum hinausgehenden Ausgaben nicht enthalten sind (z.B. Versicherungsbeiträge, Kreditzinsen). Gerade diese Kosten sind jedoch überproportional gestiegen (Münnich 2006:644). Außerdem hängen die Ausgaben in hohem Maße vom faktischen Einkommen der Familien ab. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass für Eltern häufig ein zweites bzw. das einzige Einkommen wegfällt, sinkt das Pro-Kopf-Nettoeinkommen mit jedem Kind, das zu versorgen ist, weiter ab. So betrug das Haushaltsnettoeinkommen bei Paaren ohne Kind im Jahr 2003 1.718 €, bei Paaren mit zwei Kindern dagegen nur 1.016 € (ebd.:646). Was Kinder „wert sind“ macht sich also schon allein daran fest, dass Eltern auf Einkommen und damit auf eigene Konsumwünsche verzichten.

Ein anderer Weg zur Kalkulation von Kinderkosten könnte zum Beispiel das Pflegegeld für Familien sein, die ein Kind in Vollzeitpflege nehmen. Unterschieden wird beim Pflegegeld zwischen Kosten für den materiellen Lebensunterhalt und den Kosten für die Erziehung. Die auf diese Weise zugrunde gelegten Kosten für Lebensunterhalt und Erziehung betragen in 2009 insgesamt bei bis zu 7-Jährigen Kindern 655 €, bei 7- bis 14-Jährigen Kindern 720 € und bei 14- bis 18-Jährigen 830 €. Auf dieser Grundlage summieren sich die Leistungen in den ersten 18 Lebensjahren auf 162.648 €.

Auch die Düsseldorfer Tabelle, die Richtlinien für die Unterhaltszahlungen von Eltern an von ihnen getrennt lebende Kinder gibt, kann Anhaltspunkte dazu geben, was als Kosten von Kindern veranschlagt werden muss. Orientiert man sich zum Beispiel an der zweitniedrigsten Einkommensgruppe (Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen zwischen 1.500 € und 1.900 €), so belaufen sich die Angaben auf 296 € für bis zu 5Jährige, 339 € für 6-11Jährige und 396 € für 12-17Jährige. In den ersten 18 Lebensjahren eines Kindes beläuft sich die Gesamtsumme auf 76.716 €. Geht man einige Einkommensstufen höher (z.B. 3.100 – 3.500 € Nettoeinkommen), so steigt die Gesamtsumme bereits auf 92.748 €. Dieser Betrag ergibt sich nur für den vom Kind getrennt lebenden Elternteil. Zusätzliche Kosten liegen bei dem Elternteil, bei dem das Kind lebt.

 

Wer trägt welche Kosten?

Nicht nur die Eltern, auch der Staat und insofern die Allgemeinheit sind an den Kosten von Kindern beteiligt. Familienleistungsausgleich, soziale Dienstleistungen, Kinder- und Jugendhilfe und das Bildungswesen verursachen Kosten, die dieser Seite der Kostenübernahme zugerechnet werden müssen. Auf der Grundlage der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe aus dem Jahr 1996 hat der Wissenschaftliche Beirat für Familienfragen die gesamten privaten und öffentlichen Aufwendungen für Kinder zusammen gestellt und miteinander verglichen. Legt man die Kosten für ein Ehepaar mit einem Kind zugrunde, so entstanden demnach folgende Aufwendungen bis zum 18. Lebensjahr des Kindes:

Privater Zeitaufwand: 161.863€
Private Geldaufwendungen:
(die Aufwendungen der Eltern sind hier bereits um die öffentlichen Leistungen gekürzt)
78.484€
Gesamt von Privat 240.347€
Öffentliche Geldaufwendungen: 23.928€
Sonstige öffentliche Aufwendungen:
(einschl. Bildungswesen)
78.484€
Gesamt von Öffentlich 125.635€

Das Besondere dieser Aufstellung ist die Berücksichtigung des Zeitaufwandes. Ein Ehepaar mit einem Kind gab zum Beispiel demnach für ein Kind bis zu dessen Volljährigkeit 240.347 € aus. Dieser Betrag verändert sich mit der Familienform und mit dem Einkommen teilweise deutlich. Bei zwei Kindern eines Ehepaares erhöht sich der Betrag im Zeitraum bis zur Volljährigkeit des jüngsten Kindes beispielsweise auf 338.469 €, bei drei Kindern auf 457.510 € (Wissenschaftlicher Beirat 2001).

Ermittelt wurde auch der Anteil der öffentlichen Beteiligung an den insgesamt entstandenen Aufwendungen für ein Kind.

Aufwendungen für Kinder:
Anteile der öffentlich getragenen Aufwendungen an den Geldaufwendungen und an den Gesamtaufwendungen (Grundlage: 1996, früheres Bundesgebiet)

Familientyp Nur Geldaufwendungen Gesamte Aufwendungen
Ehepaar mit einem Kind 23,4% 34,3%
Ehepaar mit zwei Kindern 33,3% 41,8%
Ehepaar mit drei Kindern 36,4% 43,9%
Alleinerz. mit einem Kind 59,5% 44,7%
Alleinerz. mit zwei Kindern 66,6% 51,4%
Quelle: Wissenschaftlicher Beirat 2001:155

Demnach liegt der Anteil der öffentlich getragenen Aufwendungen mit Blick auf die Gesamtaufwendungen für ein Kind zwischen einem Drittel und der Hälfte – je nachdem um welchen Familientyp und damit um welche faktischen Kosten es sich handelt. Alleinerziehende verfügen über weniger Geld, können dementsprechend weniger für ihr Kind ausgeben, erhalten aber höhere Zuwendungen. Dies verändert die Relationen deutlich.

Wie es aktuell mit der Kostenaufteilung zwischen Familien und Öffentlichkeit aussieht, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nur schätzen. Im Zeitraum zwischen 1998 und 2003 haben sich laut den Ergebnissen der EVS die Ausgaben der Eltern für ein Kind um 10,7% erhöht. Die staatlichen Ausgaben für Kinder haben sich zwischen 1995 und 2003 allerdings um 48,5% erhöht, was vor allem auf die deutliche Erhöhung des Kindergeldes zurück zu führen ist. Der Anteil dieser Ausgaben am Sozialbudget stieg von 8,9% auf 10,5% (Sozialbudget 2007:11ff). Eine Neuberechnung der Kostenübernahme für Kinder durch Familien und Gesellschaft dürfte demnach für das Jahr 2003 bereits anders ausfallen. Hier ist davon auszugehen, dass die Kostenübernahme durch die Öffentlichkeit gestiegen ist. Zwischen 2003 und 2007 sind die Ausgaben für Kinder allerdings nahezu konstant geblieben. Sollten sich die Ausgaben der Familien für Kinder ähnlich wie in den Vorjahren entwickelt haben, so würde sich die Waage wahrscheinlich wieder zuungunsten der Familien geneigt haben. Endgültige Aussagen hierüber sind aber erst auf der Grundlage der aktuellen Einkommens- und Verbrauchsstichprobe aus dem Jahr 2008 möglich.

 

Resümee

Ein Kind kostet ein Haus – dies lässt sich mit Zahlen belegen. Bleibt man bei diesem Bild, muss herausgestellt werden, dass dieses „Haus“ sehr unterschiedlich ausfallen wird, je nachdem, wie viele Kinder eine Familie hat und wie viele Elternteile sich um die Kinder kümmern können. Vor allem aber variiert die Größe des Hauses mit dem Einkommen der Familie.

Auch wenn sich das Verhältnis in der Kostenübernahme durch Familien und Allgemeinheit aufgrund einer Steigerung der familienpolitischen Leistungen in den letzten Jahren verändert haben mag: Familien tragen nach wie vor einen großen Teil der Kosten von Kindern. Vom Wert der Kinder profitieren jedoch alle!


Literatur:

Huinink, Johannes (1997): Elternschaft in der modernen Gesellschaft. In: Gabriel, Karl / Herlth, Alois / Strohmeier, Klaus Peter (Hrsg.), Modernität und Solidarität. Konsequenzen gesellschaftlicher Modernisierung, Freiburg, Herder, S. 79-90

Fünfter Familienbericht 1994: Familie und Familienpolitik im geeinten Deutschland – Zukunft des Humanvermögens, Bonn

Münnich, Margot (2006): Einkommensverhältnisse von Familienhaushalten und ihre Ausgaben für Kinder. In: Wirtschaft und Statistik, H.6/2006, S. 644-670

Sozialbudget 2007 (2008): Sozialbudget 2007, Tabellenauszug. Hrsgg. vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Referat Information, Publikation, Redaktion

Wissenschaftlicher Beirat für Familienfragen 1979: Leistungen für die nachwachsende Generation in der Bundesrepublik Deutschland, Stuttgart, Kohlhammer

Wissenschaftlicher Beirat für Familienfragen 2001: Gerechtigkeit für Familien. Gutachten zur Begründung und Weiterentwicklung des Familienlasten- und Familienleistungsausgleichs. Schriftenreihe des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Bd. 202, Stuttgart, Kohlhammer


Autorin:

Angelika Engelbert
Leiterin des Informations- und Qualifizierungszentrums für Kommunen (IQZ) am Zentrum für interdisziplinäre Regionalforschung (ZEFIR) der Ruhr-Universität Bochum.


Erstellungsdatum: 10.06.2009
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