Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

Erziehung, Bildung und Beratung

Folgekosten unzureichender Bildung

von Antje Funcke

Das Fehlen grundlegender Kompetenzen oder eines Schul- bzw. Ausbildungsabschlusses zieht für jeden Einzelnen gravierende Konsequenzen nach sich. Aber auch die Gesellschaft trägt an den Folgen fehlender Bildungschancen und unzureichender Bildung in Form von enormen Folgekosten unzureichender Bildung. Das zeigen verschiedene Studien. Nur durch frühe und wirksame Investitionen in faire Bildungschancen für alle Kinder können diese Kosten vermieden werden.
Bildung ist in der heutigen Wissensgesellschaft die Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben in ökonomischer Unabhängigkeit. Von einer guten (Aus-)Bildung profitiert jeder Einzelne – sie öffnet Türen zur sozialen Teilhabe sowie in den Arbeitsmarkt. Aber auch für die Gesellschaft als Ganzes ist es enorm wichtig, dass alle Kinder und Jugendlichen bestmöglich auf ihrem Bildungsweg unterstützt und gefördert werden. Das ist zuallererst eine moralische Verpflichtung gegenüber jedem einzelnen Menschen. Darüber hinaus sprechen aber auch die im Zusammenhang mit unzureichender Bildung entstehenden Folgekosten für eine präventive Bildungspolitik, die kein Kind zurücklässt. Die kurze Zusammenfassung verschiedener Studien zu den Folgekosten unzureichender Bildung soll diese Argumentation verdeutlichen. Bevor jedoch die einzelnen Berechnungen der Folgekosten vorgestellt werden, soll zunächst ein Überblick über das Ausmaß unzureichender Bildung in Deutschland gegeben werden.

 

Das Ausmaß unzureichender Bildung in Deutschland

In Deutschland bleibt zu vielen jungen Menschen der Zugang zu guter Bildung verwehrt. Unzureichende Bildung ist kein Phänomen einer kleinen Randgruppe. Je nach Definition sind bis zu einem Fünftel aller Jugendlichen betroffen. Dabei üben der familiäre Hintergrund, in den Kinder hineingeboren werden und vor allem die Bildung der Eltern einen erheblichen Einfluss auf die individuellen Bildungschancen aus. Ebenso spielt der Wohnort eine nicht zu unterschätzende Rolle für die Bildungskarriere von Kindern und Jugendlichen.

Doch woran lässt sich unzureichende Bildung überhaupt erkennen? Wann ist ein junger Mensch für die Anforderungen in unserer Gesellschaft nicht ausreichend gebildet? Bildung lässt sich generell entweder an Kompetenzen fest machen oder aber an Zertifikaten bzw. Bildungsabschlüssen – je nachdem welche Altersgruppe bzw. welche bildungspolitische Perspektive man betrachtet. Es können drei verschiedene Ansätze gewählt werden, um unzureichende Bildung festzustellen.

(1) Risikoschüler/innen in den PISA-Studien bzw. den Bundesländervergleichen
15-Jährige, die höchstens die Kompetenzstufe I in den PISA-Studien erreicht haben, werden als sogenannte Risikoschüler bzw. Risikoschülerinnen eingestuft. Sie verfügen im Lesen oder Rechnen nur über Kompetenzen, die nicht über das Grundschulwissen hinausgehen (Baumert u.a. 2001: 168 f.). Klieme u.a. zeichnen ein düsteres Bild für die Zukunftsaussichten dieser Jugendlichen. Ihrer Meinung nach „ […] muss auf der Basis dessen, was diese Jugendlichen beim Lesen (nicht) meistern, davon ausgegangen werden, dass sie nur unzureichend auf eine Ausbildungs- und Berufslaufbahn in der Wissensgesellschaft vorbereitet sind.“ (Klieme u.a. 2010: 63)
In Deutschland lag der Anteil der Risikoschüler im Bereich Lesen im Jahr 2000 bei 23 Prozent, bei der mathematischen Grundbildung bei rund 24 Prozent (siehe Baumert u.a. 2001). Zehn Jahre später bescheinigte die jüngste PISA-Studie Deutschland zwar eine leichte Verbesserung der Leistungen, doch der Anteil der Risikoschüler liegt nach wie vor bei beachtlichen 18,5 Prozent im Bereich Lesen und 18,6 Prozent im Bereich Mathematik (Klieme u.a. 2010). Somit können in Deutschland nach wie vor fast ein Fünftel der 15-Jährigen nur auf Grundschulniveau lesen und/oder rechnen.

Im Bundesländervergleich zeigen sich dabei erhebliche Unterschiede. Während bei der PISA- Studie im Jahr 2006 der Anteil der Risikoschüler in Sachsen bei der Lesekompetenz mit 11,9 Prozent bemerkenswert klein war, gehörten in zehn Ländern über ein Fünftel der Jugendlichen zur Gruppe der Risikoschüler (Nordrhein-Westfalen ist in dieser Gruppe), in drei Ländern ein Viertel (Prenzel u.a. 2008). Bildungschancen sind in Deutschland aber nicht nur regional ungleich verteilt, die soziale und ethnische Herkunft hat ebenfalls einen erheblichen Einfluss auf die Kompetenzen – auch das haben die PISA-Studien deutlich gezeigt. Jugendliche mit Migrationshintergrund schneiden beim Lesen im Schnitt 20 PISA-Punkte schlechter ab als ihre Altersgenossen ohne Migrationshintergrund, das entspricht einem halben Schuljahr. Schüler, deren Eltern der oberen Dienstklasse angehören, erzielen im Schnitt 75 Punkte mehr als Kinder un- oder angelernter Arbeiter – ein Abstand von knapp zwei Schuljahren (Klieme u. a. 2010).

(2) Jugendliche ohne Hauptschulabschluss
Im Sommer 2010 verließen deutschlandweit etwa 53.000 junge Menschen die allgemein bildenden Schulen ohne einen Hauptschulabschluss, das sind 6,5 Prozent der gleichaltrigen Wohnbevölkerung (Statistisches Bundesamt 2011). Noch 2008 waren rund 65.000 junge Menschen bzw. 7,5 Prozent betroffen (siehe Klemm 2010). Der Anteil der jungen Menschen ohne Hauptschulabschluss variiert dabei deutlich von Bundesland zu Bundesland von 5,2 Prozent in Baden-Württemberg über 6 Prozent in Nordrhein-Westfalen bis hin zu 13,8 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern (Statistisches Bundesamt 2011).
Unterschiedliche regionale Chancen auf einen Schulabschluss werden noch stärker sichtbar, wenn man die Kreisebene heranzieht und einzelne Städte und Landkreise miteinander vergleicht. Im Jahr 2009 bewegten sich die Quoten der Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss in den Landkreisen in einer Bandbreite von 1,3 Prozent im Landkreis Würzburg bis hin zu 25 Prozent in der kreisfreien Stadt Wismar. Innerhalb Nordrhein-Westfalens lag die Spannweite von 3,3 Prozent im Kreis Coesfeld bis hin zu 10,8 Prozent in der kreisfreien Stadt Gelsenkirchen (Bertelsmann Stiftung 2011).
Von den Jugendlichen, die im Jahr 2010 die allgemein bildenden Schulen ohne einen Hauptschulabschluss verlassen haben, stammten mehr als die Hälfte (57,1 Prozent) aus Förderschulen und etwa ein Viertel (25,2 Prozent) aus Hauptschulen. Die übrigen rund 18 Prozent kamen aus anderen Schulformen der Sekundarstufe I (Statistisches Bundesamt 2011).

Jugendliche ohne Hauptschulabschluss sind ohne Zweifel unzureichend auf den Eintritt in eine Berufsausbildung vorbereitet. Auch wenn es etwa der Hälfte der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss zu einem späteren Zeitpunkt gelingt, einen Schulabschluss (z.B. im Übergangssystem) nachzuholen (Klemm 2010a), kann das keine dauerhaft akzeptable Lösung sein. Sicherlich ist es ausgesprochen positiv zu bewerten, dass diese Maßnahmen angeboten werden und Jugendliche diese Chance nutzen. Ziel müsste es aber sein, die in der Schule erfahrene Demotivation und Frustration von Schülern zu vermeiden, ebenso wie den unnötigen Verlust wertvoller Lebenszeit. Zudem erfordern diese Nachqualifizierungsmaßnahmen zusätzliche Bildungsausgaben. Dieses Geld sollte sinnvollerweise lieber frühzeitig präventiv investiert werden, um dann einen möglichst reibungslosen Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf zu ermöglichen. Denn gelingt dieser Schritt nicht, dann ist die Gefahr sehr hoch, dass die jungen Menschen dauerhaft ohne Ausbildungsabschluss bleiben.

(3) Junge Erwachsene ohne Ausbildungsabschluss
In einer Wissensgesellschaft ist ein Abitur oder eine abgeschlossene berufliche Ausbildung die Eintrittskarte in den Arbeitsmarkt. Junge Erwachsene ohne Ausbildungsabschluss sind seit Mitte der 90er Jahre in zunehmendem Maße von Arbeitslosigkeit bedroht, wenn sie nicht zumindest die eine (Fach-)Hochschulreife besitzen. Ihre Chancen auf eine Voll- oder Teilzeiterwerbstätigkeit sind deutlich gesunken (siehe Funcke u.a. 2010). Das Fehlen eines Ausbildungsabschlusses hat damit für die gesamte Erwerbsbiografie, das gesamte weitere Leben in der Gesellschaft erhebliche Folgen.

In Deutschland fehlte im Jahr 2007 1,5 Millionen jungen Erwachsenen im Alter zwischen 25 und 34 Jahren ein Ausbildungsabschluss. Das entspricht einem Anteil von 15,4 Prozent in dieser Altersgruppe. Und jedes Jahr verlassen nach wie vor rund 150.000 junge Menschen unsere Bildungs- und Ausbildungssysteme ohne einen Ausbildungsabschluss (siehe Allmendinger u.a. 2011). Auch hier gibt es wieder nennenswerte Unterschiede – die Spannbreite liegt zwischen rund 7 Prozent in Sachsen und über 20 Prozent im Saarland und in Bremen. Auch In Nordrhein-Westfalen ist der Anteil der 25- bis 34-Jährigen ohne Ausbildungsabschluss mit 19,5 Prozent sehr hoch (Allmendinger u.a. 2011: 45 f.).

Schlechte Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben vor allem junge Menschen ohne Hauptschulabschluss (siehe oben). Doch auch ein Schulabschluss garantiert heutzutage nicht mehr den reibungslosen Übergang in eine Ausbildung. Von den 1,5 Millionen jungen Menschen ohne Ausbildungsabschluss haben 22 Prozent keinen Schulabschluss, 52 Prozent besitzen einen Hauptschulabschluss und 26 Prozent sogar einen Realschulabschluss (Allmendinger u.a. 2011: 8).

Die kurze Beschreibung unzureichender Bildung macht deutlich, dass Bildungsarmut in Deutschland ein enormes Ausmaß annimmt. Die damit verbundenen gesellschaftlichen Konsequenzen werden in den folgenden Textpassagen beleuchtet.

 

Folgekosten für die öffentlichen Haushalte


Die öffentlichen Haushalte von Bund, Ländern und Kommunen sind in vielerlei Hinsicht mit den Konsequenzen unzureichender Bildung konfrontiert. Zuerst denkt man dabei z.B. an Ausgaben innerhalb des Bildungssystems für Klassenwiederholungen, Nachqualifizierungen, das Übergangssystem etc. Wenn es jungen Menschen nicht gelingt, einen Ausbildungsabschluss zu erlangen, hat das allerdings noch deutlich weitreichendere Konsequenzen für die Einnahmen und Ausgaben der öffentlichen Hand: Das Fehlen eines Ausbildungsabschlusses wirkt sich auf das Erwerbseinkommen sowie auf das Arbeitslosigkeitsrisiko aus (siehe oben). Dementsprechend hat unzureichende Bildung für die öffentlichen Haushalte zur Folge, dass Lohnsteuern und Sozialversicherungsbeiträge nicht oder nur in geringem Umfang geleistet werden, wenn kein entsprechendes Einkommen erzielt wird. Vielmehr sind im Falle von Arbeitslosigkeit oder zu geringem Einkommen Transferzahlungen wie Arbeitslosengeld I und II oder Sozialgeld zu zahlen. Wie hoch diese Folgekosten unzureichender Bildung sind, weil junge Menschen keinen Ausbildungsabschluss haben, hat das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) im Rahmen des Projektes „Folgekosten unzureichender Bildung“ der Bertelsmann Stiftung berechnet (siehe Allmendinger u.a. 2011 für die folgenden Ausführungen – Näheres zu Methode und Daten kann dort nachgelesen werden).

Grundlage der Berechnung ist ein Vergleich der heutigen Bildungs- und Ausbildungsverteilung mit einer hypothetischen Situation, in der ein besseres Qualifikationsniveau gegeben ist. D.h. die heutige Situation wird mit einem Szenario verglichen, in dem die Zahl der jungen Erwachsenen ohne Ausbildungsabschluss halbiert wurde. Mit Hilfe von Daten aus dem Mikrozensus, aus dem Soziooekonomischen Panel (SOEP) sowie der Lohn- und Einkommensteuerstatistik wurden für verschiedene Bildungsgruppen Erwerbsprofile und Erwartungseinkommen im Lebensverlauf simuliert und daraus Steuer- und Transferzahlungen abgeleitet. Auch für die hypothetisch angenommene, bessere Bildungsverteilung wurde eine solche Berechnung durchgeführt. Aus der Differenz der kumulierten Barwerte für beide Szenarien konnten dann die Folgekosten unzureichender Bildung berechnet werden.

Bei den öffentlichen Haushalten entstehen mit jedem neuen Jahrgang an Jugendlichen, bei dem es nicht gelingt, die Zahl der ausbildungslosen Personen zu halbieren, Folgekosten in Höhe von 1,5 Milliarden Euro (abdiskontiert, um sie in heutigen Geldwerten auszudrücken). Diese Kosten fallen im Laufe eines 35-jährigen Berufslebens in Form von entgangenen Lohnsteuern und Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung sowie Ausgaben der öffentlichen Hand für Arbeitslosengeld und Sozialleistungen an. Das bedeutet, dass jährlich 1,5 Milliarden Euro an Belastungen für die öffentliche Hand vermieden werden könnten, wenn es durch eine Bildungsreform gelingen würde, mehr jungen Erwachsenen einen Ausbildungsabschluss zu ermöglichen. Allein für Nordrhein-Westfalen würde eine solche Reform knapp eine halbe Milliarde Euro jährlich einsparen.

Dabei fallen die Folgekosten natürlich nicht nur für jede neu in den Arbeitsmarkt eintretende Alterskohorte an. Vielmehr tragen die Steuerzahler in Deutschland bereits seit Jahren immense (leider nicht konkret bezifferbare) Folgekosten angesichts von hochgerechnet etwas mehr als sieben Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter, die aus verschiedensten Gründen keine berufliche Ausbildung abgeschlossen haben. Wenn es uns jetzt nicht gelingt, deutlich mehr jungen Menschen den Abschluss einer Ausbildung zu ermöglichen, kommen in den nächsten 10 Jahren nochmal hochgerechnet rund 15 Milliarden Euro an Folgekosten auf die öffentlichen Haushalte und die Steuerzahler zu (siehe Abbildung 1).

Ein näherer Blick auf die Gesamtsumme der Folgekosten unzureichender Bildung zeigt, dass die entgangenen Lohnsteuern mit einem Anteil von 70 Prozent den mit Abstand größten Kostenfaktor ausmachen. Transferausgaben für Arbeitslosengeld oder Sozialleistungen tragen mit 17 Prozent zu den Folgekosten bei. Von den öffentlichen Haushalten wird der Bund mit 40 Prozent am stärksten durch die Folgekosten belastet. Auf die Bundesländer entfallen rund 30 Prozent der Folgekosten. Kommunen und Bundesagentur für Arbeit finanzieren jeweils etwa 15 Prozent. Das zeigt, dass sich Reformen für alle föderalen Ebenen lohnen würden. Ein besonderes Interesse müsste allerdings die Bundesebene an einer Verringerung der unzureichenden Bildung haben.

Dabei bilden die hier dargestellten Berechnungen natürlich nur einen Teil der erwartbaren Folgekosten ab. Zum einen wird nur ein Ausschnitt der Kosten abgebildet – Ausgaben im Bereich Kriminalität (siehe unten), Gesundheit oder Renten bleiben unberücksichtigt. Zudem werden die Unterschiede der Bildungsgruppen mit Blick auf Erwerbsbeteiligung und Einkommen von heute in die Zukunft fortgeschrieben. Geht man jedoch davon aus, dass unzureichend gebildete Menschen in Zukunft immer mehr von der Gesellschaft abgehängt werden, dann ist dieses Vorgehen zu optimistisch. Schließlich bleiben gesamtwirtschaftliche Effekte in dieser Betrachtung unberücksichtigt.

Die Berechnungen zeigen aber, dass Investitionen in Bildung allein für die öffentliche Hand hohe Erträge erwarten lassen. Eine präventiv ausgerichtete Bildungspolitik wäre sinnvoll und machbar. Wenn für jeden jungen Erwachsenen ohne Ausbildungsabschluss im Durchschnitt Folgekosten von 22.000 Euro bei den öffentlichen Haushalten entstehen, sollte dieser Betrag in Zukunft wirksamer in die Vermeidung von Ausbildungslosigkeit investiert werden. Zusammen mit den Summen, die bereits jetzt für Maßnahmen im Schul- und Übergangssystem aufgewendet werden, die bisher jedoch leider vielfach wenig Wirkung zeigen, könnte dann einiges bewegt werden.

 

Folgekosten durch Kriminalität

Kann durch bessere Bildung kriminelles Verhalten verhindert werden? Sicher ist allgemein bekannt, dass Gefängnisinsassen niedrigere Schulabschlüsse vorweisen als die Durchschnittsbevölkerung. Aber kann daraus geschlossen werden, dass bildungspolitische Maßnahmen dazu beitragen könnten Kriminalität zu vermeiden? Auf der Grundlage von sorgfältigen ökonometrischen Analysen und in Anlehnung an den aktuellen Stand der internationalen Forschung ist es Horst Entorf und Philip Sieger von der Universität Frankfurt/M. erstmals gelungen, einen kausalen Zusammenhang zwischen unzureichender Bildung in Form eines fehlenden Hauptschulabschlusses und kriminellem Verhalten für Deutschland zu belegen (siehe Entorf/Sieger 2010 – auch für die weiteren Ausführungen – Näheres zu Methode und Grundlagen kann dort nachgelesen werden).

Die Analysen von Entorf und Sieger zeigen, dass individuelle und familiäre Faktoren, wie Vorstrafen im Elternhaus oder Konfessionslosigkeit ganz klar einen signifikanten Einfluss auf kriminelles Verhalten haben. Daneben spielen aber auch das Fehlen eines Hauptschulabschlusses sowie der Abbruch einer Ausbildung eine meist hochsignifikante Rolle bei der Erklärung kriminellen Verhaltens. Jugendlichen durch einen Schulabschluss Chancen und eine Perspektive für ihr weiteres Leben zu geben, in Bildungsinstitutionen soziales Verhalten und die Fähigkeit zur Empathie zu erlernen, bietet daher eine gute Möglichkeit, Kriminalprävention zu betreiben. Auf die familiären und individuellen Faktoren, die kriminelles Verhalten begünstigen, kann aus einer gesellschaftpolitischen Sicht hingegen kaum Einfluss genommen werden.

In der weitergehenden Analyse auf der Grundlage eines aggregierten Paneldatensatzes auf Bundesländerebene haben die Autoren gezeigt, dass ein niedriger Anteil an Schulabgängern ohne Hauptschulabschluss die Deliktformen Mord und Totschlag, Raub und räuberische Erpressung sowie Eigentumsdelikte (einfacher und schwerer Diebstahl) in signifikanter Weise verringert. Für Körperverletzungen sowie Sexualdelikte konnte hingegen kein signifikanter Einfluss der Bildungsvariablen nachgewiesen werden.

Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse zum Zusammenhang von Bildung und Kriminalität konnten dann Folgekosten unzureichender Bildung berechnet werden. In einem ersten Schritt wird dabei mit Hilfe eines hypothetischen Szenarios abgeschätzt, wie sich eine Halbierung des Anteils an Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss auf die Fallzahlen der oben genannten (mit Bildung im Zusammenhang stehenden) Deliktformen auswirken würde. Darauf aufbauend können in einem zweiten Schritt die Folgekosten unzureichender Bildung berechnet werden. Hierfür ist es allerdings notwendig, die durch bessere Bildung vermiedenen Schäden durch Kriminalität in einem Geldwert ausdrücken zu können. Dazu werden Durchschnittskostenberechnungen des britischen Home Office genutzt. Das britische Home Office hat in Europa eine Vorreiterrolle bei der Berechnung von Kosten verschiedener Straftaten übernommen, so dass die benannten Größenordnungen (umgerechnet in Euro) eine valide Grundlage für eine Folgekostenberechnung darstellen. Die Experten des Home Office berücksichtigen bei ihren Berechnungen Kosten aufgrund der Antizipation krimineller Handlungen (Ausgaben für Sicherheit, Versicherungen etc.), Kosten als direkte Folge kriminellen Handelns (gestohlenes/beschädigtes Eigentum, emotionale/physische Einfluss auf die Opfer etc.) sowie Kosten in Reaktion auf kriminelles Verhalten (Strafvollzug, Polizei, Strafverfolgung etc.).
Die Hochrechnungen führen zu folgendem Ergebnis (Abbildung 2): Eine Halbierung des Anteils der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss hätte im Jahr 2009 dazu geführt, rund 400 Fälle von Mord und Totschlag, mehr als 13.000 Fälle von Raub und Erpressung sowie rund 320.000 Diebstähle zu vermeiden. Insgesamt hätten dadurch 1,42 Milliarden Euro an Folgekosten aufgrund kriminellen Verhaltens in nur einem Jahr eingespart werden können. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass der Gesellschaft jährlich Folgekosten in Höhe von 1,42 Milliarden Euro im Bereich Kriminalität entstehen, weil es nicht gelingt, die Zahl der Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss zu halbieren. Dabei handelt es sich bei dieser Berechnung um eine sehr konservative Abschätzung der Folgekosten. Zudem hätte vielfaches persönliches Leid von Opfern und Angehörigen vermieden werden können und jeder könnte sich in seinem täglichen Leben sicherer fühlen.

Faire Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen eröffnen jungen Erwachsenen die Perspektive auf ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben in der Gesellschaft. Die Ergebnisse der Folgekostenberechnung im Bereich Kriminalität weisen darauf hin, dass genau solche Perspektiven auf berufliche Chancen und gesellschaftliche Integration dazu beitragen können, dass junge Menschen nicht auf die „schiefe Bahn“ geraten und in Kriminalität und Illegalität abrutschen. Anreize zu kriminellem Verhalten können dadurch reduziert und kriminelle Karrieren verhindert werden. Alles daran zu setzen, Jugendliche auf dem Weg zu einem Schulabschluss bestmöglich zu unterstützen und zu begleiten, ist eine lohnende Investition in jeden Einzelnen und für die Gesellschaft.

 

Folgekosten durch entgangenes Wirtschaftswachstum

Während die beiden bisher vorgestellten Folgekostenberechnungen einzelne gesellschaftliche Teilbereiche auf einer Mikroebene betrachtet haben, wird bei einer Analyse der Folgen unzureichender Bildung auf das Wirtschaftwachstum eine Makroperspektive eingenommen. Abgebildet werden hier die gesamten volkswirtschaftlichen Effekte von Bildung in einer langfristigen Perspektive. Denn Effekte von Bildungsreformen zeigen sich in unterschiedlichsten Bereichen – Bildung schafft Innovationspotenziale, erhöht die Produktivität, fördert Vertrauen in der Gesellschaft und politische Stabilität, verringert Kosten der Kriminalität oder staatliche Aufwendungen für Transferzahlungen und vieles mehr. All diese Effekte beeinflussen das volkswirtschaftliche Wachstum. Sie zeigen sich jedoch nicht von heute auf morgen und Multiplikatoreffekte zwischen den einzelnen Effekten kommen erst langsam in Schwung, zeigen dann aber enorme Wirkung. Bildungsreformen benötigen daher einen langen Atem und ein langfristiges, auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Denken. Denn die Konsequenzen besserer Bildung heute werden zu einem erheblichen Teil erst unseren Kindern und Enkelkindern zu Gute kommen.

Die Berechnung der Folgekosten durch entgangenes Wirtschaftswachstum basieren auf Erkenntnissen der modernen Wachstumstheorie. In Analysen der empirischen Wachstumsforschung konnte gezeigt werden, dass die durchschnittlichen Bildungsleistungen der Bevölkerung eines Landes – in international vergleichenden Kompetenztests gemessen – der zentrale Bestimmungsfaktor für das langfristige volkswirtschaftliche Wachstum sind. Neue Untersuchungen von Hanushek und Wößmann (2009) liefern starke Belege dafür, dass es sich bei diesem positiven Zusammenhang zwischen Bildungskompetenzen und Wirtschaftswachstum um einen kausalen Effekt von Bildung auf Wachstum handelt. Diese Forschungsarbeiten stellen die Grundlage für die Berechnung der Folgekosten unzureichender Bildung durch entgangenes Wirtschaftswachstum dar, die Ludger Wößmann und Marc Piopiunik vom Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München durchgeführt haben (siehe Wößmann/Piopiunik 2009 – auch zu den weiteren Ausführungen – Näheres zu Methode sowie alternative Szenarien können dort nachgelesen werden).

Die Autoren der Studie ermitteln die Folgekosten unzureichender Bildung, indem sie die Wachstumseffekte einer Bildungsreform berechnen, durch die die Anzahl der Risikoschülerinnen und -schüler in Deutschland innerhalb der nächsten 10 Jahre deutlich reduziert wird. Das Wirtschaftswachstum mit Bildungsreform wird dann über einen Betrachtungszeitraum von 80 Jahren – der durchschnittlichen Lebenserwartung eines heute geborenen Kindes – mit dem Wirtschaftswachstum ohne Reform verglichen. Die jährlichen Erträge der Reform werden abdiskontiert, um sie in heutigen Geldwerten ausdrücken zu können, und schließlich summiert.

Die Ergebnisse der Berechnungen weisen auf eine gewaltige Summe der volkswirtschaftlichen Kosten unzureichender Bildung hin. Bis ins Jahr 2090 würde eine Bildungsreform, die die Zahl der Risikoschülerinnen und -schüler drastisch reduziert, hochgerechnet zu Erträgen in Höhe von 2.808 Milliarden Euro führen – mehr als das gesamte Bruttoinlandsprodukt Deutschlands. Diese Erträge entsprechen spiegelbildlich den Folgekosten unzureichender Bildung durch entgangenes Wirtschaftswachstum. Bis sich die Wachstumseffekte der Reform bemerkbar machen, gehen zwar einige Jahre ins Land – das zeigt Abbildung 3. Aber bereits im Jahr 2030 beliefen sich die Erträge auf einen höheren Betrag als die Summe, die wir heute für öffentliche Bildungsausgaben im Elementar- und allgemeinbildenden Schulbereich aufwenden. In den darauffolgenden Jahren verstärkt sich die Dynamik der Wachstumseffekte.

Eine deutliche Reduktion der Anzahl der Risikoschülerinnen und -schüler hätte in den Bundesländern sehr unterschiedliche Wachstumseffekte zur Folge – je nach dem Ausmaß der unzureichenden Bildung in dem jeweiligen Bundesland. Eine Sonderauswertung für Nordrhein-Westfalen (Wößmann/Piopiunik 2010) hat gezeigt, dass gerade dieses Bundesland ganz erheblich von einer solchen Bildungsreform profitieren könnte. Bis ins Jahr 2090 summieren sich die Folgekosten unzureichender Bildung durch entgangenes Wirtschaftswachstum in Nordrhein-Westfalen auf 790,9 Milliarden Euro. Damit entfielen über ein Viertel der Erträge der bundesweiten Wachstumseffekte auf dieses Bundesland. Gerade Nordrhein-Westfalen könnte damit enorm von einer Reduktion unzureichender Bildung profitieren. Jedem heute geborenen Kind entgeht in Nordrhein-Westfalen im Laufe seines Lebens eine Summe von 44.000 Euro, wenn die unzureichende Bildung nicht deutlich verringert wird.

Sicherlich rufen diese Ergebnisse – die hohen Folgekostenbeträge ebenso wie eine derart langfristige Betrachtung von Wachstumseffekten – zunächst einmal Skepsis hervor. Ganz klar ist jede solche Projektion mit Unsicherheiten behaftet, da Annahmen über die zukünftige Entwicklung getroffen werden müssen. In der Studie wurde daher durchweg mit sehr konservativen und zurückhaltenden Annahmen gearbeitet. Dennoch ist ein solch langfristiger Betrachtungshorizont in unseren Augen auch in der bildungspolitischen Diskussion dringend notwendig. Ähnlich wie in der Klimapolitik haben auch in der Bildungspolitik die Folgen falscher oder fehlender politischer Weichenstellungen heute sehr langfristige und dramatische Auswirkungen. In der Klimapolitik wird das bereits anerkannt. In der Bildungspolitik muss diese Erkenntnis erst noch ankommen.

Entscheidend ist es, jetzt eine Bildungsreform in Gang zu setzen, die es allen Kindern und Jugendlichen ermöglicht, die Kompetenzen zu entwickeln, die sie für eine aktive und selbstbestimmte Teilhabe an der Gesellschaft brauchen. Die Ergebnisse der Folgekostenberechnung liefern hier ein zusätzliches Argument: Wirksame Investitionen in Bildung sind aus gesellschaftlicher Perspektive nachhaltig und ertragreich.

 

Fazit und was zu tun ist

Das Ausmaß unzureichender Bildung drastisch zu reduzieren, ist eine der großen Herausforderungen unserer Gesellschaft, die mit über unsere Zukunftsfähigkeit entscheiden wird. Wenn wir jetzt nicht handeln und entschieden Reformen einleiten, werden die Folgekosten unzureichender Bildung die öffentlichen Haushalte und damit auch alle Steuerzahler immer mehr belasten. Darüber hinaus sind weitere negative Konsequenzen mit Blick auf den sozialen Frieden und Zusammenhalt sowie politisches und bürgerschaftliches Engagement zu erwarten. Doch was ist zu tun, um gerade Kinder aus sozial benachteiligten Lebensumfeldern bzw. von bildungsfernen Eltern Bildungschancen zu eröffnen? Veränderungen im Bildungssystem und verstärkte Investitionen sind hier mit Sicherheit unerlässlich. Einige entscheidende Stichworte sind dabei: qualitativ gute frühe Bildungsangebote für alle Kinder, verbesserte individuelle und wertschätzende Förderung der Kinder im Unterricht, ein inklusives Bildungssystem, mehr finanzielle Mittel für Bildungseinrichtungen mit besonderen Herausforderungen, mehr Ganztagsangebote, mehr Pädagogen mit Zuwanderungshintergrund in den Einrichtungen sowie Schulmilieus, die den Kindern positive Vorbilder und anregungsreiche Lern- und Lebensbedingungen geben. Aber Veränderungen im Bildungssystem allein werden kaum ausreichen, um allen Kindern bestmögliche Entwicklungschancen zu geben. Kinder wachsen in Familien auf und ihre Familie – wie auch immer sie sich zusammensetzt – ist für ihre Entwicklung und ihre Bildungslaufbahn von ganz entscheidender Bedeutung. Faire Bildungschancen für alle Kinder können daher nur geschaffen werden, wenn Familienleben ermöglicht und unterstützt wird. Familien brauchen finanzielle Unterstützung, die bei ihnen ankommt. Erst dadurch wird die Möglichkeit für gemeinsames Erleben, Alltagsroutinen, Bildung und Erziehung und gesunde Ernährung gegeben. Darüber hinaus benötigen Familien bedarfsgerechte und wertschätzende Unterstützung durch Beratung sowie vielfältige Hilfestellungen und Angebote vor Ort. Hier sind vor allem die Kommunen bzw. die unmittelbaren Nachbarschaften und Sozialräume von Familien gefragt. Transparenz über die Bedingungen des Aufwachsens von Kindern ist notwendig (siehe www.keck-atlas.de). Darauf aufbauend kann eine wirksame Vernetzung familiärer Unterstützungsangebote vor Ort, von Kommune, verschiedensten privaten Trägern und Initiativen, Bildungseinrichtungen, Kirchen, Sportvereinen u.a. viel bewegen.

Autorin: 
Antje Funcke
Senior Project Manager im Programm Wirksame Bildungsinvestitionen der Bertelsmann Stiftung

Literatur:

Allmendinger, Jutta, Johannes Giesecke, und Dirk Oberschachtsiek. Unzureichende Bildung: Folgekosten für die öffentlichen Haushalte. Studie der Bertelsmann Stiftung. Gütersloh 2011.
Download unter: www.bertelsmann-stiftung.de/folgekosten-oeffentliche_Haushalte

Baumert, Jürgen, Eckhard Klieme, Michael Neubrand, Manfred Prenzel, Ulrich Schiefele, Wolfgang Schneider, Petra Stanat, Klaus-Jürgen Tillmann, und Manfred Weiß (Hrsg.). PISA 2000. Basiskompetenzen von Schülerinnen und Schülern im internationalen Vergleich. Opladen 2001.

Bertelsmann Stiftung. Immer noch zu viele Jugendliche ohne Hauptschulabschluss. Pressemeldung und Datenaktualisierung. Gütersloh 2011.
Download unter: www.bertelsmann-stiftung.de/ohne-Hauptschulabschluss

Entorf, Horst, und Philip Sieger. Unzureichende Bildung: Folgekosten durch Kriminalität. Eine Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Gütersloh 2010.
Download unter:: www.bertelsmann-stiftung.de/folgekosten-kriminalitaet

Funcke, Antje, Dirk Oberschachtsiek, und Johannes Gieseke. Keine Perspektive ohne Ausbildung. Eine Analyse junger Erwachsener ohne Berufsabschluss in Westdeutschland. Studie der Bertelsmann Stiftung in Kooperation mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Gütersloh 2010.
Download unter: www.bertelsmann-stiftung.de/ausbildungslosigkeit

Hanushek, Eric A., und Ludger Wößmann. „Do Better Schools Lead to More Growth? Cognitive Skills, Economic Outcomes, and Causation”. NBER Working Paper (14633) 2009.
Klemm, Klaus. Jugendliche ohne Hauptschulabschluss: Analysen – Regionale Trends – Reformansätze. Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Gütersloh 2010.
Download unter: www.bertelsmann-stiftung.de/ohne-Hauptschulabschluss

Klieme, Eckhard, Cordula Artelt, Johannes Hartig, Nina Jude, Olaf Köller, Manfred Prenzel, Wolfgang Schneider, und Petra Stanat (Hrsg.). PISA 2009 - Bilanz nach einem Jahrzehnt. Münster 2010.

Prenzel, Manfred, Cordula Artelt, Jürgen Baumert, Werner Blum, Marcus Hammann, Eckhard Klieme, und Reinhard Pekrun (Hrsg.). PISA 2006 in Deutschland. Die Kompetenzen der Jugendlichen im dritten Ländervergleich. Münster 2008.

Statistisches Bundesamt. Bildung und Kultur. Allgemeinbildende Schulen. Fachserie 11. Reihe 1. Wiesbaden 2011.

Wößmann, Ludger, und Marc Piopiunik. Was unzureichende Bildung kostet. Eine Berechnung der Folgekosten durch entgangenes Wirtschaftswachstum. Eine Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Gütersloh 2009.
Download unter: www.bertelsmann-stiftung.de/bildung-wirtschaftswachstum

Wößmann, Ludger, und Marc Piopiunik. Was unzureichende Bildung kostet. Sonderauswertung für Nordrhein-Westfalen. Gütersloh 2010.
Download unter: www.bertelsmann-stiftung.de/bildung-wirtschaftswachstum-NRW


Erstellungsdatum: 15.02.2012
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