Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

Kultur, Freizeit, Sport

Sport für Familien – Familienfreundliche Sportvereine

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von Joscha Link

Sport bietet Familien eine attraktive Gelegenheit, gemeinsam aktiv zu werden. Insbesondere Sportvereine können durch familiengerechte Freizeitmöglichkeiten viel bewirken. Davon profitieren alle – Familien, Vereine und Kommunen.
Zeitdruck und mangelnde Zeitsouveränität gelten als wichtige neue Herausforderung für Familienpolitik. Dies rührt auch daher, dass alle Familienmitglieder immer häufiger in den unterschiedlichsten Kontexten eingebunden sind, ob nun durch berufliche oder schulische Verpflichtungen, Hobbys oder Ehrenamt. Dies führt dazu, dass in den Familien immer weniger Zeit gemeinsam genutzt wird.

Sowohl in der Schule als auch im Beruf und im Freizeitbereich wird zudem zu viel Zeit sitzend verbracht – es mangelt an Bewegung. Eine herausragende Möglichkeit als Familie gemeinsam Zeit zu verbringen und sich zu bewegen ist: gemeinsam Sport treiben.

Für die kommunale Gestaltung eines familienfreundlichen Umfeldes bietet es sich daher an, familienfreundliche Sportangebote zu fördern. Da Sport auch heutzutage noch vornehmlich in Vereinen betrieben wird, sind vor allem die Sportvereine gefragt, ein familienfreundliches Sportangebot zu schaffen. Den Kommunen bietet sich damit die Möglichkeit, mit relativ wenig Aufwand unterstützend tätig zu werden.

 

Familien, Vereine und Kommunen – Profiteure von familienfreundlichen Sportangeboten

Die Möglichkeit gemeinsam Sport zu treiben, bietet für die ganze Familie vielfältige positive Effekte.

Sport hilft dabei, durch kollektive Aktivitäten den Zusammenhalt in der Familie zu stärken; ein Argument das umso stärker wird, je weniger Zeit aufgrund von individuellen Verpflichtungen zusammen verbracht wird. Angebote, die sich an die ganze Familie richten, sind daher besonders sinnvoll. Daneben bietet sich die Chance, mit anderen Familien in Kontakt zu kommen, sodass die Kinder gleichaltrige Spielgefährten kennen lernen können und sich den Eltern die Möglichkeit zum Austausch bietet.

Doch nicht nur die Familie als Gruppe profitiert, auch aus dem individuellen Blickwinkel wirkt sich Sport auf vielfältige Weise positiv aus: Bewegung stärkt die motorischen Fähigkeiten, verbessert die Gesundheit und kann somit ein aktives Leben unterstützen. Insbesondere diese gesundheitlichen Aspekte sind heutzutage von großer Relevanz, da sich Kinder – und auch die Eltern – oft zu wenig bewegen. Besonders bei jungen Sportlern wirkt sich Sport in einer Gemeinschaft zudem förderlich auf die Entwicklung der Persönlichkeit aus. Werte wie Fairness, Zuverlässigkeit und Zusammenhalt werden genauso vermittelt wie der Umgang mit Freude und Enttäuschung. Zudem wird das Selbstbewusstsein gestärkt.

Wie wichtig die Eltern für die Motivation der Kinder und Jugendlichen sind und wie wichtig sie als Bezugspersonen für die jungen Sportler sind, erklärt Renate Zimmer, Direktorin des Niedersächsischen Instituts für Frühkindliche Bildung und Entwicklung: „Ich kann ein Kind nicht animieren, wenn ich als Eltern nicht selber zeige, wie wichtig mir die Bewegung ist“ (DOSB: Mitmachen und immer am Ball bleiben). Das A und O für die Motivation von Kindern sei daher das Mitmachen, denn die Eltern sind Vorbild und wenn sich die Eltern nicht selbst sportlich betätigen, heißt es schnell „Du machst ja selber nichts!“. Umso wichtiger sind daher Angebote schon für die Jüngsten, in denen Eltern und Kinder gemeinsam aktiv sein können. Beliebte Angebote sind beispielsweise Babyschwimmkurse oder PEKIP.

Für erwachsene Familienmitglieder ist jedoch nicht nur das aktive Sporttreiben ein Thema. Auch die Übernahme eines Ehrenamtes ist eine Möglichkeit, sich in einem Sportverein zu engagieren, um gemeinsam mit den Kindern Zeit zu verbringen und ein gutes Vorbild zu sein. Diese wichtige Tätigkeit wird oft als sinnstiftend und erfüllend erlebt. Auch die Großeltern sind gute ehrenamtliche Helfer, da sie für die Unterstützung ihrer Enkelkinder oft die nötige Zeit zur Verfügung haben.

Familiengerechte Angebote des Vereins sind auch eine Möglichkeit, engagierte Helfer zu gewinnen. Für die Vereine wird es immer schwieriger, Freiwillige zu gewinnen, sinkende Mitgliederzahlen und zurückgehendes bürgerschaftliches Engagement prägen zunehmend die Vereinssituation. Besonders die jungen Erwachsenen verabschieden sich von den Vereinen. Insofern profitieren nicht nur die Familien, sondern auch die Sportvereine selbst. Dadurch erschließen sich klassische win-win-Situationen.

Neben Familien und Vereinen profitiert auch die Kommune von einem lebendigen Vereinsleben. Die sozialen Effekte dürfen nicht unterschätzt werden: Sportvereine sind offen für alle und fördern die Gemeinschaft unterschiedlichster Personengruppen, unabhängig von Alter, Herkunft und sozialer bzw. ökonomischer Situation. Spezielle familiengerechte Sportangebote und ein aktives Vereinsleben steigern somit die Lebensqualität vor Ort. Nicht umsonst wird im Familienatlas 2012 die Zahl der „Kinder und Jugendlichen in Sportvereinen“ als Indikator für die Attraktivität einer Region genutzt (Familienatlas 2012: 19).

Es zeigt sich: Familie und Sport ist eine Verbindung, die sich zu fördern lohnt. Insbesondere „familienfreundliche“ Sportvereine nutzen Mitgliedern, Sportlern und Kommunen.

 

Familienfreundliche Sportvereine

Doch was bedeutet „Familienfreundlichkeit“ im Sportverein? Im Rhein-Kreis Neuss wurde dieser Frage nachgegangen (Deutsche Sporthochschule Köln 2012: 116ff). Die Ergebnisse zweier Befragungen zeigen, dass die Vereine bei den Eltern ein sehr positives Image haben und dass die Eltern mit den Angeboten der Vereine im Großen und Ganzen zufrieden sind. Diese positive Sicht wird jedoch dadurch eingeschränkt, dass von den Sportvereinen hinsichtlich der Familienfreundlichkeit nicht allzu viel erwartet wird. Zudem gibt es Wünsche der Eltern bezüglich neuer Angebote, die jedoch gegenüber den Vereinen nicht geäußert werden.

Aus Sicht der Vereine zeigt sich, dass sich diese selbst pauschal als familienfreundlich beschreiben. Allerdings erscheint diese Selbstbeschreibung bei näherem Hinsehen als zu positiv: Ein Bewusstsein für Familienbedarfe und ein klarer Familienbezug ist oft nicht zu erkennen. Dies liegt jedoch vielfach nicht am fehlenden Willen, sondern an eingeschränkten Möglichkeiten im Bezug auf die Gestaltung der Infrastruktur. Besonders kleine Vereine haben kaum passende Räumlichkeiten, um entsprechende Angebote vorzuhalten.

Deutlich wird daraus, dass Sportvereinen auf Grund des positiven Images ein großes Potential als Sportförderer zugeschrieben werden kann.

Die Förderung der sportlichen Aktivitäten kann sich sowohl an Familien als Gruppe als auch an die einzelnen Mitglieder der Familien richten. Das bedeutet, dass „familiengerechte“ Angebote entweder inhaltlich auf Familien ausgerichtet sind (bspw. „Eltern-Kinder-Kurse“ oder Breitensportangebote) oder dass sie auf die besonderen Anforderungen der Familien Rücksicht nehmen (bspw. bezogen auf die Trainingszeiten, auf Flexibilität oder auf Kinderbetreuungsangebote).

Angebote für Familien sind somit Angebote, die Familienmitglieder gemeinsam nutzen können – oder, wie es der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in einer Broschüre beschreibt: „Familiensport ist ein Angebot von Bewegung, Spiel und Sport für Familien, das räumlich und zeitlich gemeinsam oder in einer räumlichen Nähe durchgeführt wird“ (DOSB – Familienfreundlichkeit im Sportverein 2012: 8).

Familiengerechte Angebote sind Angebote, die es den Familienmitgliedern erleichtern an Veranstaltungen des Sportvereins teilzunehmen. Diese Angebote müssen sich an die Strukturen in den Familien anpassen. So sind heutzutage beispielsweise häufig beide Eltern berufstätig und können ihre Kinder somit erst am Nachmittag oder am Wochenende zum Sport begleiten bzw. selbst (mit) tätig werden. Eltern mit Kleinkindern wiederum haben großen Bedarf an einer gleichzeitig angebotenen Kinderbetreuung.

 

Die acht Kriterien für Familienfreundlichkeit des DOSB

Zur Überprüfung der Familienfreundlichkeit hat der DOSB einen Kriterienkatalog erstellt, der auf dem Weg zu einem familienfreundlichen Sportverein unterstützen kann (ebd.):

1. Angebote des Vereins:
Das bedeutet, dass der Verein sportliche Angebote für alle Mitglieder einer Familie im Programm hat, von der Oma bis zum Kind. Diese Angebote können gemeinsam, zur gleichen Zeit oder getrennt angeboten werden. Besonders attraktiv sind Angebote, die sich an alle Familienmitglieder richten.

2. Beteiligung von Familien:
Wünsche und Vorschläge von Familien werden im Verein oder Stadtteil abgefragt und möglichst umgesetzt. Engagierte Eltern werden von den Kindern als Vorbilder erlebt und Beteiligung wird positiv wahrgenommen.

3. Einbinden in das soziale Umfeld:
Durch Zusammenarbeit mit anderen Organisationen entsteht ein familienfreundliches Netzwerk vor Ort.

4. Familienfreundlichkeit in der Vereinsführung:
Für die langfristige Verankerung der Familienfreundlichkeit muss dies ein ernstes Anliegen der Vereinsführung sein. Nur so kann Familienfreundlichkeit erfolgreich Teil der Vereinskultur werden. Die Einbindung der Vereinsführung ist daher ein Muss.

5. Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit:
Damit mehr Familien auf die Angebote des Vereins aufmerksam werden, müssen diese entsprechend publik gemacht werden. Die Öffentlichkeitsarbeit ist daher nicht zu vernachlässigen.

6. Beitragsgestaltung:
Die Beiträge sollten so gestaltet sein, dass allen Familienmitgliedern die Teilnahme an Angeboten des Vereins möglich ist. Familienbeiträge oder Ermäßigungen für das zweite oder dritte Kind sind einfach umsetzbare Möglichkeiten.

7. Personal:
Besonders die an die ganze Familie und an kleine Kinder gerichteten Angebote brauchen speziell ausgebildetes Personal.

8. Infrastruktur:
Eine gute Anbindung der Sportstätten an den öffentlichen Nahverkehr ist von Vorteil. So können Kinder ggf. auch allein zum Sport fahren. Zudem bietet es sich an, Fahrgemeinschaften der Eltern zu fördern.

Weitere Anregungen und Hinweise für bewegte Familien und zu familienfreundlichen Sportangeboten gibt eine gemeinsame Broschüre des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport und des Landessportbundes NRW „Gemeinsam aktiv – Familie und Sport“. Dieses Begleitheft zur gleichnamigen Ausstellung, die beim Landessportbund ausgeliehen werden kann, macht in anschaulicher Weise die Bedeutung der Bewegung und des Sports für die Bedürfnisse und Wünsche von Familien sichtbar.

 

Sportentwicklungsplanung – Bestandsaufnahme für Kommune

Besteht von Seiten der Kommune Bedarf an einer Bestandsaufnahme des lokalen Sportangebots, bietet sich die Erstellung eines Sportentwicklungsplans an. Die Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft beschreibt kommunale Sportentwicklungsplanung als „ein zielgerichtetes methodisches Vorgehen (...), um die Rahmenbedingungen für Sport und Bewegung in der Bevölkerung zu gestalten und in einem Gesamtkonzept festzulegen“ (Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (2010: 9). Dazu gehört im Regelfall eine empirische Bestandsaufnahme, eine Bedarfsbestimmung, die Festlegung von Zielen und Maßnahmen und zuletzt die Abstimmung mit relevanten Interessengruppen. In Nordrhein-Westfalen sind unter anderem die Universität Wuppertal und die Deutsche Sporthochschule Köln in diesem Bereich forschend tätig. Das Forschungsprojekt der Universität Wuppertal wird zurzeit vom MFKJKS finanziell gefördert.

Die Sportentwicklungsplanung bietet die Möglichkeit, Familienfreundlichkeit in die Bedarfsbestimmung einzubeziehen. Angelehnt an den Kriterienkatalog des DOSB können auf diese Weise Ziele und Maßnahmen bestimmt werden. In Nordrhein-Westfalen haben schon einige Kommunen diesen Prozess durchlaufen. Hierzu gehören zum Beispiel Hamm und der Rhein-Kreis Neuss. Zwar sind diese Planungen nicht explizit auf Familien ausgerichtet, trotzdem lässt sich an den Beispielen aufzeigen, wie das Thema „Familienfreundlichkeit“ aufgegriffen werden kann. In Hamm wird bei den Leitzielen die „familienfreundliche Konzeption“ der Sportstätten explizit genannt; „Familienfreundliche Sportstätten“ werden dementsprechend unter den notwendigen Maßnahmen aufgeführt.

Kriterienkatalog und Sportentwicklungsplanung bieten somit in kleinem bzw. großem Rahmen eine Bestandsaufnahme und zeigen Bedarfe auf – ebenso können Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.

 

Politik und Verbände haben das Potential erkannt

Die Notwendigkeit, Familien speziell zu fördern wird von Sportverbänden und Politik gesehen. Besonders die Sportverbände haben das Thema „Familie“ als große Chance erkannt und eine Vielzahl an Programmen aufgelegt.

Die thematische Schwerpunktsetzung dieser Programme zeigt, welche Themen als besonders relevant angesehen werden. Einige bieten für die Kommunen und Vereine Kooperationsmöglichkeiten an – insbesondere Schulen, Kindergärten und Familienzentren sind gern gesehene Kooperationspartner. Andere Programme haben die allgemeine Bewegungsförderung zum Schwerpunkt.

  • Der Landessportbund NRW führt das Programm „NRW bewegt seine Kinder“ durch. Hierbei werden u.a. Kooperationen mit Kindertagesstätten und Ganztagsschulen gefördert.
  • In Kooperation von MFKJKS und Landessportbund NRW wurde das Breitensportprogramm „Sport für alle“ aufgelegt. Familien nehmen darin einen besonderen Stellenwert ein. So heißt es dort, dass „gemeinsames Sporttreiben in der Familie (...) Ausgrenzung und dem fehlenden Zusammenhalt in Familie und Gesellschaft entgegenwirken“ kann. Bewegung und Sport im Familien- und Berufsleben zu verankern ist daher ein Ziel des Programms.
  • Der Deutsche Olympische Sportbund hat gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend das Projekt „Sport bewegt Familien“ gefördert. Es lief von 2011 bis Anfang 2013. Ziel des Projekts war es, Sportverbände und -vereine in Bezug auf ihre Familienfreundlichkeit zu sensibilisieren und Aktivitäten anzuregen. Positive Beispiele für Familienfreundlichkeit im Sport(-verein) sollten entwickelt und präsentiert werden. Zudem sollte die gesellschaftspolitische Bedeutung des Sports in der Familienpolitik aufgezeigt werden.
  • „Bewegte Zeiten für Familien“ heißt das Projekt, das im Anschluss an „Sport bewegt Familien“ aufgelegt wurde. Es startete im Januar 2013. Ziel ist es diesmal, die Vernetzung von Verbänden und Vereinen mit den Akteuren der Familienarbeit zu stärken – beispielsweise Familienorganisationen, Lokale Bündnisse und Mehrgenerationenhäuser. Durch die Kooperation sollen zielgruppengerechte Angebote entstehen.

Diese Programme zeigen beispielhaft Möglichkeiten und Ansatzpunkte der Förderung auf. Insbesondere die Vernetzung der beteiligten Akteure und die Sensibilisierung für die Familien in den Vereinen werden als wichtig erachtet.

 

Praxisbeispiele zeigen wie es geht

Neben den von Verbänden und Vereinen geförderten Initiativen gibt es eine Vielzahl an konkreten Projekten in der kommunalen Praxis, in denen Vereine und andere Akteure vorbildlich zusammenarbeiten und ein familienfreundliches Umfeld im Verein geschaffen haben. Diese Projekte bieten Anregungen für eigene Initiativen.

Zwei positive Beispiele, wie mit sehr einfachen Mitteln Kinder zum Sporttreiben gebracht werden und niederschwellig erste Kontakte zu Vereinen knüpfen können, sind das Bielefelder Programm „Sport4Kids“ und das Programm „Jedem Kind sein Hobby“ aus Steinhagen.

In Bielefeld erhält jedes Kind zu seinem vierten Geburtstag in der KiTa einen Jahresgutschein in Höhe von 50 Euro für eine Mitgliedschaft in einem Sportverein seiner Wahl. In Steinhagen können Grundschüler vier Wochen lang kostenlos an Aktivitäten u.a. in Sportvereinen teilnehmen. Die Vorteile dieser Maßnahmen liegen darin, dass zum einen alle Kinder erreicht werden – bzw. zumindest diejenigen, die eine Kita besuchen –, zum anderen bietet der ungebundene Gutschein die Möglichkeit, nach den persönlichen Interessen des Kindes einen Verein auszuwählen.

Besonders vorbildlich sind auch die Vereine, die in den einzelnen Kategorien des Wettbewerbs „Familienfreundlicher Verein“ des Landessportbundes die ersten Plätze belegt haben.

Der Erstplatzierte der Kategorie 101-300 Mitglieder war 2008 der Leichtathletikclub Dortmund e.V. (LAC). Dieser Verein versteht sich explizit als Verein für die ganze Familie, was bereits im Briefkopf deutlich wird – hier findet man den Slogan „Sport und Bewegung für die ganze Familie“. Die Zielsetzung besonders familienfreundlich zu sein wird daher auch in einem Leitbild festgehalten. Dort ist zu lesen, „dass der Familiensport eine grundlegende Säule der Vereinsarbeit sein soll.“ Familienfreundlichkeit zeigt sich allerdings nicht nur auf dem Papier, denn der LAC hat eine Ansprechpartnerin für Familien, die zusätzlich auch Mitglied des Vorstandes ist. Das Thema Familienfreundlichkeit wird also von der Vereinsspitze vorgelebt. Punkt 3 des DOSB-Kriterienkatalogs, „Familienfreundlichkeit in der Vereinsführung“, wird somit erfüllt. Doch auch anderen Kriterien wird im Dortmunder Verein entsprochen: Angebote, die sich an alle Generationen richten, Wochenendkurse und ein Familienbeitrag runden das Angebot ab.

In der Kategorie der Vereine mit 301 - 1000 Mitgliedern setzte sich der Turnverein 09 Pivitsheide e.V. durch. Auch hier wird „Familienfreundlichkeit“ mehrfach in der Zielsetzung formuliert und zeigt sich im praktischen Alltag dadurch, dass im Verein Personen aller Altersgruppe ein passendes Angebot finden: das Sportangebot „reicht von den Allerkleinsten, der ‚Pampers-Riege‘, über die Vorschulkinder, Schulkinder, Jugendlichen, Frauen, Herren bis zu den Senioren.“ Ein Familienbeitrag wird ebenso angeboten. Zudem zeichnet sich der Verein durch Kooperationen aus: gemeinsam mit einer örtlichen Schule wird Sportförderunterricht angeboten und im Rahmen des Programms „schwer mobil“ kooperiert man mit Kinderärzten.

Diese Beispiele zeigen, dass für die Umsetzung von Familienfreundlichkeit im Sportverein eine durchdachte, stimmige Gesamtstrategie wichtig und möglich ist, dass aber auch schon mit kleineren Maßnahmen und Projekten vorhandene Hürden überwunden werden können.


Literatur

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2012): Familienatlas 2012 – Regionale Chancen im demografischen Wandel sichern

Deutscher Olympischer Sportbund (2012): Familienfreundlichkeit im Sportverein.

Deutscher Olympischer Sportbund (2010): Sport stärkt Familien!

Deutscher Olympischer Sportbund: Mitmachen und immer am Ball bleiben http://www.familie-sport.de/de/familie-und-sport/sport-fuer-familien/experten-rat/foerdermoeglichkeiten-der-motorischen-entwicklung/ 

Deutsche Sporthochschule Köln (2012): Projektbericht „Familienfreundliche Netzwerke im Rhein-Kreis Neuss“

Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft e.V. (2010): Memorandum zur kommunalen Sportentwicklungsplanung


Autor:
Joscha Link
Wissenschaftlicher Mitarbeiter der FaktorFamilie GmbH in Bochum.

Foto: © Schmidt - Fotolia.com

Erstellungsdatum: 22.07.2013, letzte Aktualisierung am 07.10.2013
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