Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

Vernetzung | PROJEKTSTECKBRIEF

Kommunale Familienberichterstattung

Das Ziel des Projektes „Kommunale Familienberichterstattung in Nordrhein-Westfalen“ ist es, das in der Modellphase (2001 bis 2005) gemeinsam von den Projektpartnern (Familienministerium Nordrhein-Westfalen, Modellkommunen, ZEFIR) entwickelte kommunale Berichtssystem zur Lage der Familie in Zusammenarbeit mit den bisher beteiligten Kommunen weiterzuführen und weiterzuentwickeln.

 

Ziele

Das Ziel des Projektes „Kommunale Familienberichterstattung in Nordrhein-Westfalen“ ist es, das in der Modellphase (2001 bis 2005) gemeinsam von den Projektpartnern (Familienministerium Nordrhein-Westfalen, Modellkommunen, ZEFIR) entwickelte kommunale Berichtssystem zur Lage der Familie in Zusammenarbeit mit den bisher beteiligten Kommunen weiterzuführen und weiterzuentwickeln. Hierbei werden neue Kommunen fortlaufend einbezogen. Darüber hinaus werden innerhalb der „Projektfamilie“ ein Austausch über inhaltliche und datentechnische Aspekte organisiert und Kooperationen und Vernetzungen aller Art gefördert.

 

Inhalt

Im Rahmen des vom Familienministerium Nordrhein-Westfalen geförderten Modellprojektes „Kommunale Familienberichterstattung in Nordrhein-Westfalen“ haben die Städte Gelsenkirchen, Herten, Oberhausen, der Kreis Unna sowie das Zentrum für interdisziplinäre Regionalforschung gemeinsam ein System kommunaler Familienberichterstattung entwickelt, das mittlerweile von 17 Kommunen in Nordrhein-Westfalen implementiert wurde. Es soll in Zukunft auch außerhalb von Nordrhein-Westfalen zur Anwendung kommen. Das entwickelte kommunale Familienberichterstattungskonzept besteht aus einem Familienstatistischen Informationssystem (FIS), einer standardisierten Familienbefragung sowie einem schriftlichen Familienbericht:
  • Auf der Grundlage von Daten der Kommunalstatistik sowie prozessproduzierter Daten der Verwaltung wurde ein einheitlicher Katalog von Indikatoren entwickelt. Die Daten können mit einer interaktiven Datenbank (Familienstatistisches Informationssystem) im Internet abgefragt werden. Kennzahlen und Indikatoren zur Lage der Familien werden kleinräumig ausgegeben und tabellarisch, graphisch und kartographisch dargestellt. Die Daten lassen sich in den graphischen Darstellungen nach Wunsch kombinieren, so dass sie nach eigenen Fragestellungen ausgewertet werden können.
  • In Ergänzung zu den statistischen Indikatoren wird zu ausgewählten familienpolitischen Themen eine schriftliche Befragung von Familien mit unter 18jährigen Kindern vorgenommen. Hierbei geht es vorrangig um Aspekte der sozialen und ökonomischen Lebenssituation sowie um die Zufriedenheit von Familien, die mit der Kommunalstatistik nicht oder nur unzureichend abgebildet werden können: Familienform und Haushaltszusammensetzung, Fragen zu den Kindern und zur Betreuungssituation, Wohnraumversorgung und Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld, Freizeitaktivitäten, berufliche Situation, Schul- und Berufsabschlüsse, Arbeitsteilung im Haushalt, finanzielle Situation, Fragen zu informellen Netzwerken und Unterstützungsleistungen, Besuch von kommunalen Behörden und Inanspruchnahme von Beratungs- und Dienstleistungsangeboten.
  • Auf der Basis beider Datenquellen wurde ein modulares Konzept kommunaler Familienberichte entwickelt, das aus zwei Basis- und vier Zusatzmodulen besteht. Die Grundüberlegung dieses Konzeptes ist es, dass nicht immer umfassende und damit arbeits- und kostenintensive Familienberichte erstellt werden müssen, sondern bestimmte Module ausgewählt werden können. Dies ermöglicht eine flexible Reaktion auf die Informationsbedarfe vor Ort.
Inhaltliche Schwerpunkte in der kommunalen Familienberichterstattung bilden die beiden Basismodule „Soziodemografische Daten“ und „Sozioökonomische Daten (inkl. wirtschaftliche Lage von Familien)“ sowie die Zusatzmodule „Lebensräume von Familien“, „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, „Familien mit besonderen Unterstützungsbedarfen“ sowie „Kinder in der Familie“. Weitere thematische Zusatzmodule zu den Themen "Familie und Integration" und „Familie und Bildung“ sowie ergänzende und weiterführende Zugänge (Qualitative Befragung, Kinder- und Seniorenbefragung) wurden im Anschluss an die Modellphase entwickelt oder werden derzeit entwickelt.

 

Zentrale Elemente

Häufig findet Sozial- und Familienpolitik auf kommunaler Ebene im „Blindflug“ statt. Die Akteure vor Ort wissen oftmals wenig über ihre „Zielgruppe“: Welche Familien leben vor Ort? Welche Alltagsprobleme und Alltagsbedürfnisse haben die Familien(-mitglieder)? Wo sehen Familien(-mitglieder) Defizite? Wie kann die Alltagsorganisation durch familienpolitische Angebote unterstützt werden? Zwischen dem, was Familien für eine bessere Organisierbarkeit des Alltags brauchen, und dem, was ihnen durch regionale Familienpolitik angeboten bzw. zugebilligt wird, gibt es bisher nur wenig Abstimmung. Ein Instrument, das diese Funktionen erfüllen kann, ist die „kommunale Familienberichterstattung“. Prozessorientierte kommunale Familienberichterstattung kann neben der Bereitstellung entscheidungsrelevanter Informationen einen wichtigen Beitrag zur Neustrukturierung kommunaler Familienpolitik leisten. Im Rahmen der Familienberichterstattung gilt es, möglichst viele Akteure einzubinden und am Prozess der Berichterstattung zu beteiligen. Auf diese Weise können die Akteure in den Kommunen an einen Tisch gebracht, alle Potenziale genutzt und „Doppelstrukturen“ vermieden werden. Der Prozess der gemeinsamen Arbeit im Rahmen einer kommunalen Familienberichterstattung ist damit ebenso wichtig wie ihr Produkt, der schriftliche Familienbericht. Die Erfahrungen in den Kommunen zeigen, dass die kommunalen Familienberichte eine Bündelung des vorhandenen Wissens zum Thema „Familie“ leisten und zudem „neues“ Wissen über Familien bereitstellen. Dies führt zu einer Objektivierung der Diskussionen über Familie und Familienfreundlichkeit. Wie die vorliegenden schriftlichen Familienberichte zeigen, initiieren die Berichte darüber hinaus Diskussionen, die zur Sensibilisierung und teilweise auch Enttabuisierung von bestimmten Themen beitragen (Stichwort: Familienarmut). Anknüpfend an vorhandene familienpolitische Ansätze werden konkrete Maßnahmen abgeleitet.

 

Standorte

Stadt Castrop-Rauxel, Stadt Gelsenkirchen, Stadt Gladbeck, Stadt Gütersloh, Stadt Herne, Stadt Herten, Stadt Hilden, Stadt Kreuztal, Stadt Mülheim, Stadt Neuss, Stadt Oberhausen, Stadt Rheinberg, Stadt Rheine, Kreis Siegen-Wittgenstein, Kreis Unna, Kreis Wesel, Stadt Wesseling.
(Stand: 04.06.2010)

 

Auftraggeber

2001 bis 2006:
Familienministerium des Landes Nordrhein-Westfalen
1. Januar 2007 bis 31. Juli 2007:
Weiterführung durch das Zentrum für interdisziplinäre
Ruhrgebietsforschung (ZEFIR) der Ruhr-Universität Bochum
Seit 1. August 2007:
Weiterführung durch die Faktor Familie GmbH (Ausgründung aus dem ZEFIR)

 

Ansprechpartnerin

Faktor Familie GmbH
Annett Schultz (Geschäftsführung)
Telefon: 0234/32 28 72 7

info(at)faktor-familie.de

 

Leistungen der verantwortlichen GmbH

Leistungen des Projektmanagements
Die Faktor Familie GmbH wirkt neben den konkreten Familienberichterstattungsaktivitäten in erster Linie vernetzend. Kommunen, die sich auf den Weg der kommunalen Familienberichterstattung machen, werden an einen Tisch gebracht, um sich über inhaltliche und datentechnische Aspekte austauschen zu können. Darüber hinaus können diese Kommunen den neu hinzu kommenden Kommunen mit ihren Erfahrungen zur Seite stehen. Die Faktor Familie GmbH veranstaltet parallel zu den laufenden Projektarbeiten in regelmäßigen Abständen Workshops der an der Familienberichterstattung beteiligten Kommunen und unterstützt intra- und interkommunale Vernetzungen, die sich aus der Familienberichterstattung entwickeln.

Veranstaltungen
  • Workshop "Ergebnisse und Perspektiven kommunaler Familienberichterstattung" am 28. Januar 2005 in Bochum
  • Workshop "Kommunale Familienberichterstattung in NRW" am 26. Oktober 2006 in Oberhausen
  • Tagung "Kommunales Management für Familien. Strategien und Konzepte für eine zukunftsorientierte Familienpolitik in Nordrhein-Westfalen" am 22. und 23. Januar 2007 in Gelsenkirchen
  • Projekttreffen "Kommunale Familienberichterstattung in NRW" am 13. März 2007 in Kreuztal
  • Workshop "Kommunale Familienberichterstattung - Ergebnisse zu Familien mit Zuwanderungsgeschichte im Vergleich" am 13. Oktober 2008 in Mülheim an der Ruhr
  • Workshop "Kommunale Familienberichterstattung. Berichterstattung - Information und mehr?" am 22. Februar 2010 in Gladbeck


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Wissen

Familienberichterstattung

Familienfreundlichkeit entscheidet sich vor Ort, im unmittelbaren Lebensumfeld der Familien. Die Kenntnis darüber, wie die Menschen Familie vor Ort (er)leben, ist für kommunale familienpolitische Aktivitäten sehr wichtig. Die lokale Berichterstattung mit Fokus auf Familie hat an Bedeutung gewonnen. mehr