Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

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Monheim: Neuelternstudie und „Mo.Ki 0“-Projektbilanz

Begleitend zum Projekt „Mo.Ki 0“ wurden Monheimer-Neueltern im Jahre 2009 und 2010 nach ihren Wünschen und Bedarfen befragt. Nun wurden die Monheimer Neueltern-Studie und ihre Ergebnisse sowie die Bilanz des Präventionsansatzes vorgestellt. (17.09.2012)
Das in den Jahren 2008 bis 2011 zunächst als Modell entwickelte Projekt „Mo.Ki 0 – Frühes fördern von Anfang an“ hat das Ziel, werdende Eltern und Familien mit Kindern im Alter von bis zu 3 Jahren zu erreichen und durch gezielte sowie unterschwellige Präventionsmaßnahmen in der prägenden Phase des Kindes zu begleiten. Das Projekt ist mittlerweile erfolgreich abgeschlossen und fester Bestandteil der Monheimer Infrastruktur. Wissenschaftlich begleitet wurde das von der AWO Niederrhein und der Stadt Monheim initiierte und geleitete Projekt vom Institut für Sozialpädagogik und Sozialarbeit (ISS).

Im Rahmen des Projekts wurden Monheimer-Neueltern im Jahre 2009 und 2010 vom begleitenden Institut zu ihren Wünschen und Bedarfen sowie ihren Unterstützungsbedarfen und Ressourcen befragt. Gleichzeitig sollten die Eltern die Angebote von Mo.Ki 0 auf die Passgenauigkeit für ihre Lebenssituation einschätzen. Ziel der Studie war es, Informationen über die Lebenssituation und Bedarfe von Eltern in der sehr frühen Phase der Elternschaft zu erheben sowie mehr über die Nutzung und Zufriedenheit von Mo.Ki 0-Angeboten in Erfahrung zu bringen. Insgesamt sollten die Ergebnisse als Informationsbasis für kommunale Ansätze der Frühen Förderung und für Frühe Hilfen genutzt werden.

Die Befragung wurde im Rahmen der Begrüßungsbesuche, die allen Neueltern in Monheim in Form eines Hausbesuches angeboten werden, durchgeführt. Im Zeitraum vom 01.01.2009 bis zum 31.03.2011 wurden in Monheim 770 Kinder geboren, wobei 90% der Familien das Angebot des Begrüßungsbesuchs nutzen. Rund 616 Familien nahmen dabei an der Befragung teil, wovon sich 213 Familien dann auch bei einer zusätzlichen schriftlichen Elternbefragung nach dem ersten Geburtstag des Kindes im Jahre 2010 und 2011 beteiligten.

Laut der Studie fühlen sich viele Eltern, die im Zeitraum von 2009 bis 2011 befragt  worden sind, durch die neue Lebenssituation überfordert und verunsichert und wünschen sich Unterstützung. Das erste Lebensjahr des Kindes ist für die Eltern eine hochdynamische Zeit mit erheblichen Bewältigungsanforderungen. Dabei wurden durch die Studie vier verschiedene Familientypen ermittelt: Selbstorganisierte Familien, Unsicher Familien, Risikofamilien und Hochrisikofamilien. Die große Mehrheit der Monheimer Neueltern gehört zum Typ „selbstorganisiert“ (77 %). Jede fünfte Familie ist „unsicher“ oder „risikohaft“ und wünscht sich Unterstützung und die kleinste Gruppe bilden die Hochrisikofamilien mit einem Prozent.

Der mit der Studie ermittelte Unterstützungsbedarf der Neueltern umfasst insbesondere, ausgehend vom Informationsbedarf, die Aspekte Begegnung, Beratung, Bildung, Begleitung, Betreuung sowie Budget und Beteiligung. Analog dazu, zeigt sich ein Muster der Inanspruchnahme von Mo.Ki 0 Angeboten: Am häufigsten wird das Angebot der Information (79,9%) in Form des Erstbesuchs von den Neueltern in Anspruch genommen. Das offene Café und weitere Veranstaltungen als Form der Begegnung am zweithäufigsten (47,4%). Darauf folgen die Angebote Bildung (17,9%) und Beratung (17,6%). Die Angebote zur Begleitung (13,5%) und Betreuung werden etwas weniger in Anspruch genommen.

Auf diesen Daten basierend, kommt der wissenschaftliche Abschlussbericht insgesamt zu dem Ergebnis, dass es mit dem Projekt gelungen ist den Bedarf von Neueltern aufzugreifen und in Kooperation mit vielen Akteuren vor Ort in entsprechende Angebote zu übertragen und damit gezielt als Präventionsangebote zu installieren. Mit dem Projekt ist ein offenes und breites Segment der „Frühen Förderung“ etabliert worden, dass von der Mehrheit der Monheimer-Neueltern angenommen und von einer großen Anzahl sehr aktiv und orientiert an den eigenen Bedürfnissen genutzt wird.

Obwohl die zentralen Projektziele bereits erfüllt sind, lassen sich aus den Erkenntnissen und Analysen der Begleitung und der Evaluation des Modellprojektes eine Vielzahl an Handlungsbereichen für die Zukunft ableiten. Aspekte, wie u.a. die Angebotsweiterentwicklung, die Einbindung bürgerschaftlichen Engagements sowie eine noch zielgruppenspezifischere Ansprache und einen Ausbau der Vernetzungen und Kooperationen, sollen zukünftig in Angriff genommen werden, sodass die hohe Zufriedenheit der Familien mit den Angeboten auch weiterhin sichergestellt werden kann.

Quellen:
Online-Recherche auf www.monheim.de, 17.09.2012
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