Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

Bevölkerungs- und Familienstrukturen

Kleinräumige Strukturen

Für Familie ergeben sich an unterschiedlichen Wohnorten unterschiedliche Lebensbedingungen und Herausforderungen, denn nirgendwo ist es so wie im Durchschnitt. Dies betrifft zunächst die Unterscheidung zwischen Stadt und Land. Dabei ist zu beobachten, dass der Wandel der Familie in den Städten bislang die offensichtlichsten Konsequenzen hat.

 

Prognosen

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Die kleinräumigen Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren in Nordrhein-Westfalen vor allem die Einwohnerschaft der großen Städte, insbesondere im Ruhrgebiet, schrumpfen wird, während zum Beispiel die Regionen im Südwesten des Landes Nordrhein-Westfalen als Wachstumsregionen gelten.

 

Unterschiede zwischen den Stadtteilen

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Die Aussage „nirgendwo ist es so wie im Durchschnitt“ gilt aber auch für die einzelnen Gemeinden eines Kreises oder für einzelne Stadtteile. Dabei kommt es unter den jeweils unterschiedlichen Bedingungen von Stagnation oder Schrumpfung der Bevölkerung zu einer zunehmenden Ungleichheit von Lebenslagen und Lebensformen, die sich auch räumlich in einer wachsenden sozialräumlichen Spaltung innerhalb der Städte niederschlägt.

 

Kleinräumige Familienstrukturen

Auch die Familienstrukturen unterscheiden sich von Ort zu Ort und von Stadtteil zu Stadtteil. Dies führt dazu, dass es z.B. „jüngere“ und „ältere“ Gebiete gibt und solche, die durch die Häufung bestimmter Familienstrukturen (wie etwa kinderreiche Familien oder

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Alleinerziehende) auffallen. Die Lebenswirklichkeit der Familien unterscheidet sich erheblich, je nachdem, ob wir es mit einer Stadt im Ballungskern oder einer Gemeinde im ländlichen Raum oder am Ballungsrand zu tun haben.

In den schrumpfenden Städten stellen Familienhaushalte mit Kindern oder Jugendlichen unter 18 Jahren nur noch eine Minderheit der Haushalte. Unter diesen gibt es oft arme Familien, Ein-Eltern-Familien und Familien mit Zuwanderungsgeschichte.

 

Randlagen der Städte

In den Randlagen der Großstädte und in den Gemeinden im ländlichen Umland leben vorzugsweise die Familien der bürgerlichen deutschen Mittelschicht. Hier leben heute – trotz des Geburtenrückgangs der 1970er Jahre – bei niedrigsten Ausländeranteilen teilweise mehr Kinder (und Familien) als 1970, eine Folge der Familienwanderung aus dem Ballungskern in den ländlichen Raum.

 

Segregation

Die soziale Segregation (räumliche Trennung von Arm und Reich) und

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die demografische Segregation (räumliche Trennung von Alt und Jung) haben in den letzten beiden Jahrzehnten in den nordrhein-westfälischen Städten zugenommen. Die ethnische Segregation (räumliche Trennung von Einheimischen und Menschen mit Zuwanderungshintergrund) ist dagegen weniger deutlich angestiegen. Allerdings hat die „Korrelation“, d.h. der statistische Zusammenhang der drei Dimensionen von Segregation, zugenommen: In den Stadtteilen, in denen heute die meisten Menschen mit Zuwanderungsgeschichte leben, leben auch die meisten Kinder und die meisten armen Leute.

 

Passgenaue Familienpolitik

Kommunale Familienpolitik muss sich an den Familien orientieren, die sie vor Ort erreichen will. Entsprechend muss kommunale Familienpolitik im Umland und in den Kernstädten, im Süden oder im Norden der großen Städte unterschiedliche Ziele verfolgen und unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Eine passgenaue, auf kleinräumige Strukturen bezogene Familienpolitik sichert die Standortqualität und fördert die Entwicklungschancen der gesamten Kommune.

Erstellungsdatum: 25.09.2007, letzte Aktualisierung am 23.03.2011
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