Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Handlungsbereiche

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Berufliche und private Belange miteinander zu vereinbaren, ist für Väter und Mütter eine große Herausforderung. Insbesondere Frauen müssen sich in Deutschland noch oft zwischen Beruf und Familie entscheiden. Eine Vielzahl von Müttern, die zuhause bleibt, kann sich gut vorstellen, erwerbstätig zu sein, wenn sie eine verlässliche bedarfsorientierte Kinderbetreuung zur Verfügung hätten.
Die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird damit

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zu einer bedeutenden Aufgabe der Kommunen. Der Wandel der familialen Lebensformen (zunehmende Erwerbstätigkeit beider Partner, Zunahme von Alleinerziehenden) macht ein Umdenken im Bewusstsein der Öffentlichkeit und umfassende, flexible Betreuungskonzepte erforderlich.

Auch die Folgen des demografischen Wandels lassen eine möglichst optimale Ausschöpfung des Arbeitskräftepotenzials von Frauen immer wichtiger werden.

 

Betreuungsangebote für Kinder

Kindertageseinrichtungen und Schulen sind wichtige Faktoren für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Vor allem Betreuungsangebote für unter 3jährige Kinder sowie verlässliche Angebote auch für ältere Kinder im Anschluss an die Schule oder in den Ferien, eine Notfallbetreuung für Kinder bei Krankheit sowie gut aufeinander abgestimmte Betreuungs-, Arbeits- und Öffnungszeiten

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sind für Familien wichtig. Haushaltsbezogene Dienstleistungen (Bügelservice, Einkaufsservice) bieten weitere Unterstützungsmöglichkeiten.

Kindertageseinrichtungen sind sowohl der Elementarbereich des Bildungswesens als auch der Ort für Eltern, die in Fragen der Erziehung und Förderung ihrer Kinder nach Unterstützung suchen. Die Einrichtungen sind wohnortnah und haben einen intensiven Sozialraumbezug. Das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) bildet die Grundlage für die pädagogische Arbeit.

Um Familien noch besser erreichen und ihnen Hilfe anbieten zu können, werden Tageseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen weiter zu Familienzentren ausgebaut. Sie bieten nicht nur Kindern Betreuung und Bildung, sondern unterstützen durch ihr Netzwerk auch Eltern in Alltags-, Erziehungs- und Bildungsfragen, um allen Kindern optimale Bildungschancen und Entwicklungsmöglichkeiten zu geben. Im Kindergartenjahr 2010/2011 leisten rund 2.000 Familienzentren in Nordrhein-Westfalen diese wichtige Arbeit und rund 2.800 Kindertageseinrichtungen sind daran beteiligt.

 

Ansatzpunkte für Arbeitgeber

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Ein weiterer Beitrag kann darin gesehen werden, dass Arbeitgeber die Familienarbeit von Frauen und Männern mehr wertschätzen. Zum Ausdruck bringen können sie dies sowohl bei Arbeitszeitmodellen (Teilzeit, Telearbeit, Unterstützung der Elternzeit für Mütter und Väter), bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen als auch bei Einstellungen und Beförderungen.

Für aktive Arbeitgeber, und solche die es werden wollen, hat die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen die Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW ins Leben gerufen. Die Aktionsplattform soll eine Drehscheibe für die vielfältigen Aktivitäten zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sein. Ziel ist es, die Nachhaltigkeit der Aktivitäten zu sichern, den Transfer von Projektergebnissen systematisch zu organisieren sowie neue Ansätze zu entwickeln und umzusetzen. Die Plattform soll den Austausch und die Kommunikation zwischen den Akteuren ermöglichen und weitere Interessierte für das Thema gewinnen. Mit der Aktionsplattform wird die Wettbewerbsposition der Unternehmen gestärkt, weil ein wichtiges personalwirtschaftliches Thema aufgegriffen und unterstützt wird. Entstehen soll dabei eine Eigendynamik, die zu einem grundsätzlichen kulturellen Wandel in der Arbeitswelt führt.

 

Pflege von Familienangehörigen

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Immer mehr Menschen in Deutschland benötigen Pflegeleistungen. Auf Grund des demografischen Wandels wird ihre Zahl ansteigen. Auch die Übernahme von Pflegeleistungen durch Familienangehörige begründet bzw. verschärft Vereinbarkeitsprobleme.

 

Ansatzpunkte für kommunales Handeln

Für die wirkungsorientierte Gestaltung der kommunalen Infrastruktur ergeben sich folgende Ansatzpunkte:
  • Familienbewusste Personalpolitik in der Kommunalverwaltung (z.B. Familienfreundliche Arbeitszeitmodelle; Rückkehrmodelle für Beschäftigte nach der Elternzeit, Serviceangebote für Familien, Zuschuss zur Kinderbetreuung)
  • Förderung einer familienfreundlichen Gestaltung des Arbeitslebens in Unternehmen und Betrieben
  • Familienfreundliche Öffnungszeiten in öffentlichen Einrichtungen
  • Kommunales Gesamtkonzept zur Kinderbetreuung (betriebliche geförderte Kinderbetreuung, Förderung der Tagespflege, Kindertagesplätze, Randzeitenbetreuung, Familienpaten, Großelternpaten)
  • Bedarfsorientierte Beratungs-, und Dienstleistungsangebote für Familien zur Bewältigung des Vereinbarkeitsproblems
  • Förderung der Beteiligung von Vätern an der Familienarbeit und Erziehungsverantwortung (z.B. durch Angebote zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit)
  • Entlastung pflegender Angehöriger (z.B. kurzfristige Unterstützung bei eintretendem Pflegebedarf von Angehörigen)

Erstellungsdatum: 23.10.2007, letzte Aktualisierung am 25.03.2013