Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

Handlungsbereiche

Generationenbeziehungen

Die Statuetten für Preisträger des Landeswettbewerbs „Projekte für Generationen“.
Geburtenrückgang und gestiegene Lebenserwartung tragen zum Wandel verwandtschaftlicher Strukturen bei. Die gemeinsame Lebensspanne der Generationen hat sich verlängert. Dadurch nehmen, im Vergleich zu früher, Drei- oder sogar Viergenerationenbeziehungen deutlich zu.

 

Weniger Verwandte

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Die Wahrscheinlichkeit, Verwandte aus den nächsten bzw. folgenden Generationen zu erleben, steigt zwar, gleichzeitig sinkt jedoch die Zahl von „Seitenverwandten“, d.h. von Geschwistern oder Vettern und Cousinen. Auch Tanten und Onkel, Nichten oder Neffen werden die Menschen in Zukunft immer weniger haben. Hierfür hat sich das Bild von der „Bohnenstangenfamilie“ eingeprägt.

 

Veränderte Lebensformen

Auch wenn die gemeinsame Lebensspanne der Generationen größer geworden ist, so bedeutet das nicht, dass es mehr Drei-Generationen-Haushalte gibt.

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Hier hat sich vielmehr eine Situation durchgesetzt, die durch die Formel „Innere Nähe durch äußere Distanz“ charakterisiert werden kann.

Junge Menschen verlassen früher oder später den elterlichen Haushalt und auch die ältere Generation bevorzugt die Selbständigkeit im eigenen Haushalt. Allerdings ist die räumliche Entfernung zwischen den Wohnungen in aller Regel gering. Auf jeden Fall ist es nicht so, dass diese Situation zu einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen Jung und Alt geführt hat.

 

Hilfen zwischen den Generationen

Gegenseitigkeit
In den Familien gibt es eine Vielzahl von Hilfestellungen und Unterstützungsleistungen zwischen den Generationen. Es ist jedoch keineswegs so, dass nur die jüngere Generation der älteren Generation hilft – zum Beispiel durch Unterstützung bei der Alltagsbewältigung oder durch häusliche Pflegeleistungen. Auch die Betreuungsleistungen von Großeltern für Enkelkinder spielen nach wie vor eine wichtige Rolle. Kinder und Enkelkinder sind vor allem auch Empfänger materieller Zuwendungen durch die ältere Generation.

Die Folgen der demografischen Entwicklung

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Weniger Seitenverwandte und eine längere gemeinsame Lebenszeit führen dazu, dass die Hilfeanforderungen an die jüngere Generation größer werden. Zu Überlastungen kann es vor allem im Bereich der Pflege älterer Angehöriger kommen. Hilfen können deshalb in Zukunft weniger auf Verpflichtungen als auf Freiwilligkeit beruhen und benötigen noch stärker als bisher Unterstützung - auch im kommunalen Rahmen.

 

Generationenbeziehungen auch unabhängig von Verwandtschaft wichtig

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Auch unabhängig von Verwandtschaftsbeziehungen können ältere und jüngere Menschen in hohem Maße voneinander lernen und einander unterstützen: bei der beruflichen Orientierung, durch Patenschaften für Kinder in schwierigen Lebenslagen, durch die Vermittlung von Alltagstechnologien, durch Besuchsdienste in Altenheime u.v.m.

Die Möglichkeiten, Generationenbeziehung auch außerhalb der Familien anzuknüpfen sind vielfältig. Grenzen setzen heute eher fehlende Räume der intergenerativen Begegnung.
Festzuhalten bleibt: Die nichtverwandtschaftlichen Beziehungen zwischen den Generationen werden vor dem Hintergrund des demografischen Wandels immer wichtiger.

 

Ansatzpunkte für Kommunen

Zur Unterstützung der Beziehungen und gegenseitiger Hilfen zwischen den Generationen können Kommunen beitragen durch:
  • Mehrgenerationenhäuser, als Orte der Begegnung für unterschiedliche Lebensalter
  • Beratung und Hilfe für pflegende Angehörige
  • Vermittlung von Dienstleistungen für ältere Menschen
  • Patenfunktionen durch die ältere Generation
  • Öffnung kommunaler Einrichtungen für generationenübergreifende Handlungsansätze
  • Unterstützung generationenübergreifender Projekte in der sozialen Infrastruktur, z.B. durch die Verzahnung von Einrichtungen (Kindertageseinrichtung/Altenheim, Schulen/Betriebe etc.), durch die Öffnung von Einrichtungen für Engagementprojekte (Senioren in Kindergärten; „Leihoma“ in der Wohlfahrtseinrichtung, Vorlesen im Krankenhaus, Senior-Mentoren in Schulen etc.)

Erstellungsdatum: 22.10.2007, letzte Aktualisierung am 27.08.2010
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