Bevölkerungs- und Familienstrukturen
Aktuelle Familienstrukturen
Familienformen
Im Jahr 2009 handelte es sich bei fast drei von vier Familien um ein verheiratetes Paar mit Kindern (72%), bei 19% um allein erziehende Frauen oder Männer und in 9% der Fälle um nichteheliche Lebensgemeinschaften mit Kindern. Bei den Alleinerziehenden handelte es sich in aller Regel (90%) um alleinerziehende Mütter. Von den alleinerziehenden Elternteilen waren die meisten geschieden (42%) oder ledig (35%).Trotz aller Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Lebensentwürfe ist die Familie, in der ein miteinander verheiratetes Paar mit Kindern zusammen lebt, also immer noch die dominierende familiale Lebensform in Deutschland.
Ein-Kind-Familien überwiegen
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Ost-West-Vergleich
2005 waren 52% der westdeutschen Familien und 62% der ostdeutschen Familien Ein-Kind-Familien. Zwei Kinder lebten in 38% der westdeutschen Familien und in 31% der ostdeutschen Familien. In 13% der Familien im früheren Bundesgebiet bzw. in 7% der Familien in den neuen Ländern wuchsen 2005 drei und mehr Kinder auf. Im Schnitt lebten im Jahr 2005 in Westdeutschland 1,65 Kinder und in Ostdeutschland 1,44 Kinder in einer Familie.
Verwandtschaftsverhältnis der Kinder zu den Eltern
Kinder wachsen heute häufiger in Stieffamilien auf. Im Jahr 2005 waren 13,6% aller Haushalte mit Kindern unter 18 Jahren Stieffamilienhaushalte. Insgesamt lebten 2005 etwa 11% der Kinder unter 18 Jahren in Stieffamilien. Da Kinder nach einer Trennung in den meisten Fällen bei der Mutter aufwachsen, gibt es mehr Stieffamilien mit einem Stiefvater als mit einer Stiefmutter: in zwei Drittel aller Stieffamilien lebt ein Stiefvater.
Ost-West-Vergleich
Im Vergleich zum Westen Deutschlands (13,2%) lag 2005 die Quote der Stieffamilien im Osten mit 15,2% etwas höher. Allerdings lebten in den alten Bundesländern mit ca. 15% mehr Kinder in Stieffamilien als im restlichen Bundesgebiet (10%).
Erwerbstätigkeit
Familienstrukturen und elterliche Erwerbstätigkeit hängen eng miteinander zusammen. Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewinnt die Teilzeitarbeit und die geringfügige Beschäftigung eine zunehmende Bedeutung. Die Erwerbstätigkeitsquoten von Müttern unterscheiden sich nach der Anzahl ihrer Kinder sowie nach deren Alter. So waren 2008 lediglich 29% der Mütter, deren jüngstes Kind unter drei Jahre alt ist, aktiv berufstätig. Hingegen gehen über die Hälfte (59%) der Mütter einer Erwerbstätigkeit nach, deren jüngstes Kind zwischen drei und fünf Jahren alt ist. Unter Müttern, deren jüngstes Kind im Alter zwischen zehn und 14 Jahren ist, liegt die Erwerbstätigkeitsquote bei 70%.Weiterführende Informationen
Familien mit Zuwanderungsgeschichte
Von den 8,2 Millionen in Deutschland lebenden Familien hatte 2009 gut jede Vierte (28%) einen Zuwanderungshintergrund. Familien mit Zuwanderungsgeschichte unterscheiden sich teilweise deutlich in ihren Lebensformen von Familien ohne Zuwanderungshintergrund. 86% der Familien mit Zuwanderungsgeschichte waren Paarfamilien mit Kindern. Dies war nur bei 79% der Familien ohne Zuwanderungsgeschichte so. In nur 14% der Familien ist ein Elternteil alleinerziehend. Bei Familien ohne Zuwanderungsgeschichte sind es 20%.Erstellungsdatum: 25.09.2007, letzte Aktualisierung am 23.05.2011
- Familienernährerinnen Das Projekt „Familienernährerinnen“ möchte darauf aufmerksam machen, dass es auch die Frauen sind, die Familien hierzulande ernähren. Gleichzeitig soll es darum gehen, politisch etwas zu bewegen. (Recherchedatum 27.06.2011)
- Geburtenzahl in Nordrhein-Westfalen in 2007 (PDF, 38 KB) Das Dokument des Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) zeigt die Geburtenzahl für das Jahr 2007 und stellt sie der Geburtenzahl der Jahre 1997 und 2006 gegenüber. (Recherchedatum: 13.10.2009)
- Umzüge innerhalb Nordrhein-Westfalens "Information und Technik Nordrhein-Westfalen" (IT.NRW) zeigt Zahlen zu Umzügen innerhalb Nordrhein-Westfalens sowie Zuzüge aus bzw. Fortzüge nach anderen Bundesländern bzw. dem Ausland. (Recherchedatum: 15.10.2009)
Weiterführende Informationen
- Integration Nordrhein-Westfalen hat eine lange und lebendige Zuwanderungs- und Integrationsgeschichte. Etwa 4 Mio. Menschen mit einer Zuwanderungsgeschichte leben in unserem Land. Zuwanderung birgt Chancen und Risiken zugleich. Zuwanderung ohne Integration ist riskant für alle Beteiligten. Integration ist deshalb unverzichtbar. mehr
- Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) Die Regionalen Arbeitsstellen zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) sind Einrichtungen von Kommunen und Kreisen, gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen. Derzeit gibt es 27 RAA. Sie verstehen interkulturelles Miteinander als Chance für die Entwicklung aller Kinder und Jugendlichen – für die hier geborenen, die hier aufgewachsenen und zugewanderten. mehr
- Elternnetzwerk NRW Die Bildungschancen von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte sollen durch ein Elternnetzwerk verbessert werden. Dabei sollen Zuwanderer, die sich für die Zukunft ihrer Kinder einsetzen, gefördert und mit Rat und Tat zur Seite gestanden werden. mehr
- Herausforderungen für Familien Die Familienformen und das Familienleben haben sich geändert. Die Vorstellungen über Familien und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind jedoch in vielen Bereichen oft unverändert geblieben. Hieraus ergeben sich aktuelle Herausforderungen für Familien. mehr
Medienliste
- Familie im Spiegel der amtlichen Statistik - aktualisierte Tabellen (PDF, 128 KB)
Aktualisierte Tabellen zum Datenreport „Die Familie im Spiegel der amtlichen Statistik“ – ausgewählte Ergebnisse des Mikrozensus 2003. Broschüre des Statistischen Bundesamtes, Zweigstelle Bonn, 2004
