Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

Praxis vor Ort

Beispiel guter Praxis:
Gütersloh: Wenn alle Stricke reißen – Familienfreundlichkeit am Arbeitsplatz

Schon viele Kommunen haben in ihren Häusern wichtige Akzente gesetzt, damit die Beschäftigten Beruf und Familie besser vereinbaren können. Als eines von vielen Beispielen stellen wir das Projekt "Wenn alle Stricke reißen" vor. Unter diesem Motto unterstützt der Kreis Gütersloh Mitarbeitende in Engpass-Situationen bei der Kinderbetreuung.
Das Angebot einer Notfallbetreuung ist ein wichtiger Aspekt der Vereinbarkeit von Familie und Beruf - allerdings noch nicht so weit verbreitet. Die unkomplizierte Notfallbetreuung für Kinder von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gütersloher Verwaltung entlastet diese und dient als Vorbild für Unternehmen.

 

Bezeichnung

Kinderbetreuung im Notfall - Wenn alle Stricke reißen

 

Laufzeit

Ab März 2009

 

Träger

Kreis Gütersloh in Kooperation mit dem LandfrauenService Gütersloh-Bielefeld OWL

 

Ansprechpartnerin

Ellen Wendt
Kreis Gütersloh
Gleichstellungsbeauftragte
Herzebrocker Str. 140
33334 Gütersloh

Tel.: 05241 85-1090
E-Mail: ellen.wendt(at)gt-net.de

 

Anlass / Hintergrund vor Beginn

Im Frauenförderplan 2007 – 2009 wurde im Handlungsfeld „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ als Ziel festgehalten, das familienfreundliche Klima in der Kreisverwaltung Gütersloh weiter zu fördern. Hierfür sollte als eine Maßnahme eine Notfallbetreuung von Kindern von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern initiiert werden.

 

Ziele

Ziel ist es, das familienfreundliche Klima in der Kreisverwaltung Gütersloh und die Attraktivität als Arbeitgeber zu erhöhen und den Beschäftigten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Positive Effekte für den Arbeitgeber liegen in dem Motivations- und Leistungserhalt durch die Förderung einer familienfreundlichen Verwaltungskultur, einer erwartbaren Verringerung von Fehl- und Ausfallzeiten und einer Erleichterung und Beschleunigung der Rückkehr aus der Elternzeit. Qualifiziertes Personal kann leichter gewonnen und gebunden werden.
Die Idee soll Initiativcharakter für andere Unternehmen haben.

 

Zielgruppe

Beschäftigte mit Kindern

 

Inhalte

Mit der flexiblen Notfallbetreuung soll eine akute Unterstützung bei Kinderbetreuungsproblemen gewährleistet werden. Wenn die „Regelbetreuung“ ausfällt und eine andere Betreuungsmöglichkeit nicht gegeben ist, der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin aber zwingend ihre Arbeit aufnehmen muss (wegen z.B. nicht verschiebbarer Termine), steht kurzfristig über die Notfallbetreuung eine professionelle Hilfestellung für die Beschäftigten zur Verfügung. Diese soll schnell und unkompliziert erreichbar sein und zuverlässig und flexibel agieren.

Notfallsituationen können sein
  • Kurzfristiger Ausfall der Betreuungsperson (Krankheit etc.)
  • Kurzfristige Betreuungsprobleme infolge von KiTa/Grundschulschließung
  • Ausschluss des Kindes infolge von ansteckenden Krankheiten (Masern) oder eines Schädlingsbefalls (z.B. Läuse) von der Kinderbetreuung

Betroffene Personengruppen können sein
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Familienpflichten (insbesondere solche mit Spezialkompetenzen, die außerhalb der geregelten Betreuungszeiten in Katastrophenfällen oder in anderen Ausnahmesituationen am Arbeitsplatz verfügbar sein müssen), für die eine Vertretung nicht möglich ist oder bei denen die Dringlichkeit der Aufgabe eine Anwesenheit erfordert.
  • Politikerinnen und Politiker anlässlich von Kreistags- bzw. Ausschusssitzungen.

Eine Kinderbetreuung kann auch bei Bedarf anlässlich kreisinterner Veranstaltungen am Nachmittag/späten Nachmittag bis zum frühen Abend (Personalversammlungen, Informationsveranstaltungen) angeboten werden, um allen Beschäftigten eine Teilnahme an diesen Veranstaltungen zu ermöglichen.

Der LandfrauenService vermittelt eine Notfallmutter für die Betreuung von Kindern in allen Altersgruppen, wenn die Regelbetreuung ausfällt, andere Möglichkeiten der Betreuung nicht vorhanden sind und die Arbeitsaufnahme zwingend erfolgen muss. Die Betreuung und Versorgung der Kinder findet in der Wohnung der Familie statt. Damit hat die Notfallmutter den Status einer Kinderfrau.

Alle Notfallmütter verfügen über ein aktuelles erweitertes Führungszeugnis und eine ärztliche Geeignetheits-Bescheinigung zur Kindertagespflege. Zum Betreuungspool gehören auch Kinderkrankenschwestern und Erzieherinnen
mit integrativen Berufserfahrungen.

Montags bis Freitags von 8.00 bis 20.00 Uhr ist eine Erreichbarkeit gewährleistet. In besonders dringenden Fällen ist auch am Wochenende ein Anrufbeantworter geschaltet, der regelmäßig abgehört wird. Eine Notfallbetreuung für den nächsten Morgen kann organisiert werden, wenn der Anruf bis 16 Uhr eingeht.


http://www.landfrauenservice-gt.de

 

Beteiligte

Kreis Gütersloh sowie der LandfrauenService Gütersloh-Bielefeld in OWL

 

Einbindung / Vernetzung

Durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit hat das Konzept der "Flexiblen Kinderbetreuung" reges Interesse sowie die Frage der Projektbeteiligung bei regional ansässigen Unternehmen ausgelöst.

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