Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

Aktuelles

"Vorwerk Familienstudie 2012"

Im Auftrag von Vorwerk hat das Institut für Demoskopie Allensbach zum achten Mal Personen zu Aspekten der Familienarbeit und zum Familienleben in Deutschland befragt. Die diesjährige Befragung widmet sich unter anderem den Themen „Familienideal“ und „Zeit“. (19.09.2012)
Bereits seit 2005 veröffentlicht das Wuppertaler Unternehmen Vorwerk gemeinsam mit dem Institut für Demoskopie Allensbach die „Vorwerk Familienstudie“. Die Studien haben jeweils unterschiedliche thematische Schwerpunkte und beleuchten die Situation von Familien in Deutschland. Für die diesjährige „Vorwerk Familienstudie 2012“ wurden insgesamt 1.617 Personen ab 16 Jahre befragt.

Einige wichtige Ergebnisse bietet dieser Überblick. Weitere Informationen können auf der Website des Unternehmens abgerufen werden.

Familienideal
Die Studie untersucht ausführlich, wie die ideale Familie gesehen wird. Die fünf meistgenannten Grundwerte einer idealen Familie sind demnach „Die Familie hält auch in schwierigen Zeiten zusammen“ (96 %), „Man geht offen und ehrlich miteinander um“ (93 %), „Es wird viel gemeinsam unternommen“ (89 %), „Die Eltern legen viel Wert darauf, den Kindern bestimmte Werte zu vermitteln“ (89 %) und „Jeder fühlt sich für den anderen mitverantwortlich, hilft dem anderen, so gut es geht“ (88 %).

Während in diesen Fragen grundsätzlich generationenübergreifend ein Konsens herrscht, gibt es andere Aussagen, die von den unterschiedlichen Generationen sehr unterschiedlich beantwortet werden. Dass die „Partner verheiratet“ sind gehört für 40 % der 16-29-Jährige zu einer idealtypischen Familie, aber für 66 % der ab 60 Jährigen. Ebenso stimmen der Aussage, dass zu einer Familie viele Kinder gehören nur 19 % der jüngeren (16-29-jährige), aber 27 % der älteren (60-Jährige und Ältere) zu. In denselben Altersklassen zeigen sich deutliche Unterschiede auch bei den eine ideale Familie charakterisierenden Aussagen „Die Frau ist nicht berufstätig, kümmert sich ganz um die Familie“ (11 % zu 37 %) und „Beide (Ehe-)Partner sind berufstätig“ (32 % zu 21 %).

Relativ stabil zeigen sich einige Charakterisierungen des Idealbilds einer Familie über den Zeitverlauf, dies zeigt der Vergleich der aktuellen Studie mit Zahlen aus dem Jahr 1989. „Man hat viel Zeit füreinander“ galt schon 1989 für 77 % der Befragten als wünschenswert (2012: 81 %), ebenso wie die gerechte Arbeitsteilung im Haushalt: der Aussage „Beide Partner teilen sich die Arbeit im Haushalt gleichermaßen“ stimmten 1989 62 % der Befragten zu, 2012 waren es 66 %.

Idealbild und Realbild
Wie genau dieses Idealbild auf die Familien tatsächlich zutrifft, wurde in einer weiteren Fragerunde untersucht. Anhand der Aussage „Das trifft auf meine Familie zu, so ist das auch bei uns“ wurden die idealtypischen Aussagen bewertet. Hier zeigten sich bei einigen Fragen deutliche Abweichungen des Realbilds vom Idealbild. Insbesondere bei den Aussagen „Es wird viel gemeinsam unternommen“ (91 % Zustimmung Idealbild zu 60 % Zustimmung Realbild), „Man hat viel Zeit füreinander“ (83 % zu 28 %) und „Beide Partner teilen sich die Arbeit im Haushalt gleichermaßen“ (96 % zu 31 %) zeigten sich deutliche Unterschied. Familien leiden also häufig an einem Zeitmangel und die „gerechte Arbeitsteilung“ im Haushalt ist zwar einstimmig gewünscht, im Alltag jedoch noch weit von einer zufriedenstellenden Umsetzung entfernt.

Zeit

Der Mangel an mit der Familie verbrachter Zeit zeigt sich auch in der Frage „Einmal angenommen, Sie hätten jeden Tag eine Stunde mehr Freizeit als sonst. Was würden Sie in dieser gewonnenen Zeit machen?“ Auf diese Frage antworten 14 % der Befragten spontan, dass sie mehr Zeit mit der Familie verbringen würden – nach „Lesen“ (20 %), „Sport treiben“ (16 %) und „Nichts tun“ (16% %). Betrachtet man diesbezüglich nur berufstätige Väter und Mütter, geben sogar 37 % der Befragten die Antwort „Zeit mit der Familie verbringen“. Besonders bei dieser Gruppe scheint die Familie unter der (Berufs-)Belastung zu leiden.

Schränkt man die Antwortmöglichkeiten ein, und geht von einer offenen zu einer vorformulierten, geschlossenen Frage, wird dieser Effekt noch deutlicher. Auf die Frage wie eine zusätzliche Stunde Freizeit genutzt werden würde, antworteten 48 % der Mütter und 65 % der Väter „Zeit mit Familie verbringen“, wenn als weitere Antwortmöglichkeiten nur „Zeit für sich selbst nutzen",  „Zeit mit Partner(in) verbringen“ und „Zeit mit Freunden verbringen“ genannt werden (befragt wurden jeweils „Berufstätige mit Partner(in) und Kind(ern) unter 18 Jahren“).

Kinderbetreuung
Zu guter Letzt wurde untersucht, welcher Effekt Kinderbetreuungsangeboten auf die Entscheidung Kinder zu bekommen zugestanden wird. Es wurde gefragt: „Glauben Sie, dass sich mehr junge Leute für Kinder entscheiden würden, wenn es mehr gute Betreuungsangebote für Kinder geben würde, oder glauben Sie das nicht?“. Insgesamt zeigte sich eine eindeutige Tendenz: 54 % antworteten mit „Ja“, 39 % glauben das hingegen nicht. Deutlicher wurden die Unterschiede bei den unter 50-jährigen mit Kinderwunsch, hier ergaben sich Zustimmungsraten von 66 % (Frauen) und 57 % (Männer).

Quellen:
Recherche auf www.vorwerk.de am 18.09.2012
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