Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

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Kinderschutz geht alle an - Wir brauchen eine neue Kultur des Hinschauens

Fachleute aus Politik und Praxis, aus der öffentlichen und freien Jugendhilfe sowie weiterer Hilfesysteme diskutierten bei der Fachtagung der Landesarbeitsgemeinschaft der Öffentlichen und Freien Wohlfahrts­pflege in Gelsenkirchen verschiedene Ansätze des Kindesschutzes un­ter dem Motto „Kindesschutz gemeinsam gestalten“. (04.04.2008)

„Nur eine Gesellschaft, die Kinder achtet und vor Vernachlässigung und Misshandlung schützt, hat wirklich Zukunft. Und dabei sind wir alle - jeder und jede Einzelne gefordert“, sagte Kinder- und Jugendminister Armin Laschet am 4. April 2008 in Gelsenkirchen. „Wir brauchen eine neue Kultur des Hinschauens“. Ein wirksamer Kinderschutz sei eines der wichtigsten und zugleich schwierigsten Ziele der Politik. „Das tatsächliche Ausmaß von Kindeswohlgefährdungen lässt sich nur an­nähernd schätzen. Wir gehen von einer hohen Dunkelziffer aus“, so der Minister. Laschet verwies auf das Handlungskonzept zum Kinderschutz, dass die Landesregierung im Januar 2007 auf den Weg gebracht hat: „Gemeinsam mit den Kommunen und freien Trägern arbeiten wir in Nordrhein-Westfalen intensiv an einer Verbesserung des Kinderschutzes.“

Anlässlich der Fachtagung wies der Minister außerdem auf die bestehenden Maßnahmen zum Kinderschutz in Nord­rhein-Westfalen hin und stellte die vielfältigen Verbesserungsansätze vor, die die Landesregierung angestoßen hat.

Dazu gehören zum Beispiel die Sozialen Frühwarnsysteme, die es an inzwischen rund 40 Standorten im Land gibt, und die gemeinsam mit dem Institut für soziale Arbeit (ISA) in Münster entwickelt wurden. Das vorbildliche System der Sozialen Frühwarnsysteme wird landesweit weiter ausgedehnt und mit einer Anschubfinanzierung unterstützt. Das Land fördert auch die Service- und Kontaktstelle, die beim ISA angesiedelt ist. Diese unterstützt die Städte und Gemeinden bei der Entwicklung und Weiterentwicklung sozialer Frühwarnsystem. In einem gemeinsamen Modellprojekt mit den Landesjugendämtern wird derzeit auch an einer Verbesserung des Risikomanagements der Fachkräfte vor Ort gearbeitet.

Auch die zertifizierten Familienzentren sind Anlaufstellen in Sachen Kinderschutz. „Fast alle der knapp 1.000 Familienzentren in Nordrhein-Westfalen kooperieren mit lokalen Partnern und sorgen dafür, dass die Angebote für Kinder und ihre Familien bekannt sind“, erklärte Laschet.

„Weitere neue Impulse, Analysen und Handlungsoptionen soll eine um­fassende Studie zu Kindern in Not und die Expertenkommission zum Kinderschutz liefern. Erste Ergebnisse erwarten wir Mitte des nächsten Jahres“, so der Minister weiter.

Auch auf Bundesebene hat ein wirksamer Kinderschutz in Deutschland höchste Priorität: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am 19. Dezember 2007 mit den Regierungschefs der Länder beraten, wie die Grundlagen für einen wirksamen Kinderschutz in Deutschland weiterentwickelt werden können. Bis zur nächsten Zusammenkunft der Regierungschefs mit der Bundeskanzlerin im Juni werden drei Bund/Länder-Arbeitsgruppen konkrete Maßnahmen prüfen, und diese dann zur Umsetzung vorschlagen.

Laschet hierzu: „Dabei müssen wir versuchen, die einzelnen Maß­nahmen, und das heißt auch, die Strukturen besser miteinander zu ver­zahnen. Das gilt für alle Handlungsebenen und Professionen gleicher­maßen: Ob Bund, Länder oder Kommunen. Wir alle müssen uns dazu ermahnen, Schranken zu überwinden – über den sprichwörtlichen Tellerrand zu schauen.“

Quellen:
Pressemitteilung des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen vom 04.04.2008
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