Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

Aktuelles

Commerzbank-Väter-Studie:
"Elternzeit für Väter wirkt sich positiv auf Beruf und Partnerschaft aus"

Familienbewusste Angebote und speziell Elternzeit wirken sich positiv sowohl auf die berufliche Leistung als auch auf Familie und Partnerschaft aus. Das ist ein zentrales Ergebnis der Commerzbank-Väter-Studie. (29.10.2015)
Die Commerzbank veröffentlicht damit als erstes Unternehmen eine innerbetriebliche Studie zur Väter-Rolle in Deutschland. 81 Prozent der befragten Väter geben an, dass sich die familienbewussten Maßnahmen der Bank positiv auf ihre berufliche Leistungsfähigkeit auswirken. 86 Prozent der Väter geben an, dass die Elternzeit gleichzeitig ihrer Partnerschaft gut getan hat.

Die Studie wurde von der Väter gGmbH und der Frankfurter Agentur für Innovation und Forschung im Auftrag der Commerzbank erstellt. Sie untersucht die Motivation von Vätern, sich neben dem Beruf für die Familie zu engagieren und wie sie beide Lebensbereiche vereinbaren. Sie gibt zudem Aufschluss darüber, wie die Angebote der Bank derzeit angenommen werden und wie passgenauere Unterstützung für Väter in der Commerzbank aussehen kann. Befragt wurden 754 Mitarbeiter der Commerzbank in Deutschland, die in den letzten fünf Jahren in Elternzeit waren.

„Eltern möchten heute Familie und Beruf partnerschaftlich teilen: Väter wollen sich stärker in der Familie einbringen und mehr Zeit für ihre Kinder haben, Mütter ihre beruflichen Qualifikationen in einer verantwortungsvollen Tätigkeit nutzen“, betonte Petra Mackroth, Abteilungsleiterin im Bundesfamilienministerium. „Mit dem Elterngeld und dem Elterngeld Plus unterstützen wir diese Wünsche. Aber auch familienfreundliche Unternehmen sind gefragt. Denn eine partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf kann nur gelingen, wenn Mütter und Väter gleichermaßen gute Angebote vorfinden. Die Väterstudie der Commerzbank zeigt: Eine väterfreundliche Personalpolitik ist dabei ein zentraler Baustein."

Berufliche und familiäre Rolle sind gleich wichtig

Die in der Studie befragten Väter möchten sich zunehmend für Beruf und Familie engagieren. 93 Prozent halten die berufliche und die familiäre Rolle für gleich wichtig. 97 Prozent wollen möglichst viel Zeit mit ihrem Kind verbringen, 84 Prozent wollen die Beziehung zum Kind stärken. Rund die Hälfte (53 Prozent) möchte mit der Elternzeit aber auch den beruflichen Wiedereinstieg oder den nächsten Karriereschritt der Partnerin unterstützen.

Zwei Monate Elternzeit sind die Regel, viele hätten gerne längere Elternzeit genommen
Knapp 70 Prozent der befragten Väter nehmen zwei Monate Elternzeit. Doch gleichzeitig geben ebenso viele an, dass sie gerne eine längere Elternzeit genommen hätten. Als Grund für ihre Zurückhaltung nennen die Befragten Einkommensengpässe. Zudem befürchten sie, dass ihnen bei einer längeren Zeit berufliche Nachteile entstehen könnten. Die meisten Väter kehren nach der Elternzeit in Vollzeit wieder in den Beruf zurück. Nur ein geringer Teil der befragten Väter arbeitet während oder nach der Elternzeit in Teilzeit (12 bzw. 7,1 Prozent). Die Partnerinnen der befragten Väter dagegen kehrten nach der Elternzeit zum Großteil in Teilzeit in den Beruf zurück.

Betriebliche Kinderbetreuung wird als positiv empfunden
Die meisten der befragten Väter (71 Prozent) nutzen öffentliche Betreuungsangebote für ihre Kinder. Öffentliche und betriebliche geförderte Einrichtungen werden von den Vätern unterschiedlich bewertet. Bei öffentlichen Angeboten bemängeln zahlreiche Väter die starren und nicht ausreichenden Öffnungszeiten und die langen Schließzeiten. Das betrieblich unterstützte Betreuungsangebot der Commerzbank, Kids & Co., dagegen wird weitaus positiver wahrgenommen. „Das Krippen-, Kita- und Hortangebot der Bank trägt mit seinen flexiblen und umfassenden 12-stündigen Öffnungszeiten dazu bei, Stress zu reduzieren und wirkt damit entlastend auf den Familienalltag“, so Dr. Harald Seehausen, Leiter der Frankfurter Agentur für Innovation und Forschung.

Gute Noten für die Commerzbank, aber auch Handlungsbedarf
Die Unterstützung von Elternzeit und familiärem Engagement von Vätern durch betriebliche Angebote, Vorgesetzte und Kollegen wird von den meisten Befragten als gut empfunden. 74 Prozent sagen, dass die Gespräche zur Elternzeit mit dem Vorgesetzten gut und verständnisvoll liefen. 84 Prozent fühlten sich auch von den Kollegen unterstützt. Zugleich sagen aber 45 Prozent auch, dass die Angebote noch zu stark auf Mitarbeiterinnen ausgerichtet sind. „Die Studie zeigt, dass wir mit unseren Angeboten für Väter einen wertvollen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf leisten. Gleichzeitig haben wir wichtige Erkenntnisse gewonnen, um unsere Angebote für Väter noch weiter zu verbessern“, sagt Martin Fischedick, Bereichsvorstand Personal bei der Commerzbank. Die Unterstützung von Vätern wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen: So gehen 94 Prozent der Befragten davon aus, dass Männer künftig noch stärker Angebote für Väter wahrnehmen werden. „Führungskräfte in der Commerzbank spüren diesen Trend schon und wünschen sich bei dieser Aufgabe mehr Unterstützung und einen Austausch unter Führungskräften“, erläutert Volker Baisch, einer der Autoren der Studie.

Das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Väter ist für die Commerzbank schon seit vielen Jahren sehr wichtig. Die Bank beschäftigt sich seit 1995 neben der Förderung von Frauen auch mit dem Thema Familienorientierung von Männern. Seit 2004 gibt es zudem das bank-interne Netzwerk „Fokus Väter“. Seit 2003 ist der Anteil der Väter, die in der Commerzbank Elternzeit nehmen, von 0,1 Prozent auf 16,1 Prozent im Jahr 2014 gestiegen. Der Anteil der Väter in Elternzeit lag zur Jahreshälfte 2015 bereits bei 14,6 Prozent.

Quellen:
Pressemeldung der Commerzbank vom 21.10.2015
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