Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

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"Von Hürden und Helden. Wie sich das Leben auf dem Land neu erfinden lässt" –
aktuelle Studie des Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung veröffentlicht

Die Studie beschreibt die wachsenden Versorgungsprobleme in ländlichen Regionen und zeigt auf, welche Hemmnisse neuen Lösungen im Weg stehen. Zudem beschreibt sie, wie mutige Personen diese Hindernisse mit Beharrlichkeit aus dem Weg räumen. (21.01.2015)
Sinkende Einwohnerzahlen und eine daraus resultierende schwindende Versorgung stellen als Auswirkungen des demografischen Wandels viele ländliche Regionen vor große Herausforderungen. Erfinderische Menschen entwickeln aus der Not heraus neue, am Bedarf vor Ort orientierte Versorgungsangebote – und stoßen auf eine Vielzahl von Hürden. Rechtliche Freiräume und eine gezieltere Förderung sind notwendig.

Deutschland ist dank der hohen Zuwanderung zurück auf dem demografischen Wachstumspfad – zumindest vorübergehend. Von dem demografischen Zwischenhoch profitieren allerdings nicht alle Regionen in Deutschland. Denn die Abwanderung junger Menschen verstärkt den Abwärtstrend vor allem in ländlichen Gemeinden.

Die verbleibende Landbevölkerung ist zunehmend schlechter versorgt, denn weniger Menschen bedeuten auch weniger Nachfrage nach Waren, Dienstleistungen sowie Bildungs- und Kulturangeboten; herkömmliche Versorgungsangebote können nicht aufrechterhalten werden. „Um einer drohenden Abwärtsspirale aus schrumpfender Bevölkerung und ausdünnender Versorgung zu begegnen, sind neue, am Bedarf vor Ort orientierte Lösungen notwendig“, erklärt Reiner Klingholz, der Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung.

Beispiele für solche Lösungen gibt es zuhauf: Bürgermeister, Behörden, Ärzte, engagierte Bürger, Vereine und andere zivilgesellschaftliche Organisationen gehen vielerorts innovative Wege, um die Bedürfnisse der Menschen vor Ort zu befriedigen. Mitunter stoßen sie auf unerwartete Hindernisse. „Ein Festhalten an starren Auflagen, Gesetzen, Verordnungen und an alten Gewohnheiten behindert häufig den Tatendrang“, sagt Uwe Amrhein, Leiter Generali Zukunftsfonds. „Dabei sind wir in Zeiten des demografischen Wandels auf genau dieses bürgerschaftliche Engagement angewiesen.“ Kluge Ideen, Mut, Witz und Beharrlichkeit sind nötig, um die „Hürden“ aus dem Weg zu räumen.

Neben engagierten Bürgern und Kommunen brauchen neue Angebotsformen auch rechtliche Freiräume. „Der ländliche Raum kann sich nur erneuern, wenn flexiblere Regelungen eine größere Vielfalt an Möglichkeiten zulassen“, erläutert Reiner Klingholz. Nur so entwickeln sich neue Ideen. Statt mit dem herkömmlichen Linienverkehr kommen die Menschen dann dank einer Kombination aus Linienbus, E-Bikes und Mitnahmemöglichkeiten in Privat-PKW ans Ziel. Nichtärztliche Praxisassistenten und ambulante telemedizinische Angebote können die ärztliche Versorgung ergänzen. In multifunktionalen Dorfläden finden die Bewohner nicht nur fast alles, was sie zum täglichen Leben brauchen, sie haben auch wieder einen Treffpunkt im Ort.

„Mit der Studie wollen wir aufzeigen, dass es auf dem Land nicht an Ideen mangelt, das Lebensumfeld attraktiver zu gestalten“, unterstreicht Reiner Klingholz. „Was fehlt, sind die nötigen Freiräume und angepasste Förderungen, damit trotz aller Hürden und ungewissem Ausgang die Landbewohner nicht aufhören, nach neuen Lösungen zu suchen und sich diese auch durchsetzen.“

Quellen:
Pressemeldung des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung vom 14.01.2015
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