Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

Aktuelles

Minister Schneider: Väter mit Zuwanderungsgeschichte wollen aktiver am Leben ihrer Kinder teilhaben.
Land fördert Initiativen von Vätern mit Migrationshintergrund

Die Landesregierung will Väter mit Migrationshintergrund dabei unterstützen, eine aktive Rolle bei der Erziehung ihrer Kinder zu übernehmen. Deshalb fördert das Land Väterinitiativen der Migrantenselbstorganisationen in den kommenden beiden Jahren mit jeweils 400.000 Euro. (07.12.2011)
„Viele Väter mit Zuwanderungsgeschichte wollen heute intensiver und aktiver am Leben ihrer Kinder teilhaben, als ihre eigenen Väter es konnten. Oft fehlen ihnen aber positive Vorbilder. Um ihrer modernen Rolle gerecht zu werden, brauchen sie daher Unterstützung“, sagte Integrationsminister Guntram Schneider am 03. Dezember 2011 in Dortmund bei einem Kongress seines Hauses zum Thema Väter mit Migrationshintergrund.

Staatssekretärin Zülfiye Kaykin hatte den Anstoß für den Arbeitsschwerpunkt Väter mit Migrationshintergrund gegeben: „Ich habe in diesem Jahr einige beispielhafte Väterprojekte besucht und erlebt, welche Freude Väter und ihre Kinder dort beim Spielen, Toben, Sporttreiben und Werken oder bei gemeinsamen Ausflügen haben. Die Väter übernehmen so einen aktiven Part im Leben ihrer Kinder und werden zu positiven Rollenvorbildern.“ Darüber hinaus dienten die Projekte auch dem Austausch der Väter untereinander, und schafften ein Forum über Fragen der Erziehung und andere Themen, das es so bislang nicht gibt, so Kaykin weiter.

Solche Projekte sollen durch die Tagung bekannter gemacht und vernetzt werden und vor allem auch als Anregung für die Gründung weiterer Väterinitiativen dienen. „Mit der heutigen Veranstaltung betreten wir Neuland“, sagte Minister Schneider. „Projekte für Väter mit Migrationshintergrund sind in dieser Form erst in den letzten Jahren entstanden. Wir wollen einen Impuls geben, dass überall im Land viele weitere Initiativen dieser Art entstehen.“

Das Land fördert Initiativen aus dem Bereich der Migrantenselbstorganisationen, die Väter mit Migrationshintergrund bei der Wahrnehmung ihrer Väterrolle unterstützen und beraten, damit sie ihre Erzieherrolle sachgerecht und selbstbewusst wahrnehmen können. Die Projekte sollen auch den persönlichen Austausch und die gegenseitige Unterstützung der Väter befördern. Pro Väterinitiative stehen bis zu 15.000 Euro im Jahr zur Verfügung.

Die kürzlich erschienene Broschüre „Väter mit Migrationshintergrund“ präsentiert gelungene Beispiele von Väterprojekten aus Bonn, Düsseldorf, Herne, Köln, der Städteregion Aachen und dem Kreis Unna. Darüber hinaus beleuchten Praktiker und Wissenschaftler das Thema aus ihrer Sicht.

Praxisbeispiele von Väterprojekten
  • Die RAA (Regionale Arbeitsstelle für Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien) der StädteRegion Aachen setzt beispielsweise auf Fußballturniere um Väter anzusprechen. Ein weiterer Ansatz für gemeinsame Aktivitäten sind „Vater-Kind-Lego-Tage“ in Kindertagesstätten. Beim „Vater-Kind-Zelten“ haben viele Väter ihre Kinder erstmals ganz für sich und erleben sie anders als in der häuslichen Umgebung. Die RAA will damit Väter in Bereichen ansprechen, die ihrem Rollenverständnis und ihrem Wesen entsprechen und sie in ihrer Rolle als positive männliche Vorbilder bestärken.
  • Auch das Projekt der RAA der Stadt Herne möchte Väter mit Migrationshintergrund bei Erziehungsfragen unterstützen. Dazu gibt es unter anderem Rollenspiele, in denen der Umgang mit schwierigen Situationen in der Familie gelernt werden kann. Um die Vater-Kind-Beziehung zu stärken, werden Aktionen wie Klettern, Kanufahrten und Fußballturniere an den Wochenenden angeboten. Das Projekt wendet sich insbesondere an Väter, die an Bildung und Erziehung interessiert sind und an Väter in schwierigen Familiensituationen, wie beispielsweise alleinerziehende oder arbeitslose Väter.
  • Die Kölner Initiative für Bildung und Integration junger Migranten Coach e.V. setzt vor allem bei dem Spagat an, den viele Migranten bewältigen müssen zwischen den kulturellen und erzieherischen Traditionen, mit denen sie aufgewachsen sind, und der Lebensrealität ihrer Kinder im deutschen Erziehungs- und Bildungssystem. In Beratungen, Seminaren und Gruppenstunden erhalten Väter einen Raum, ihre Fragen zu stellen und Unterstützung, um ihre Erziehungskompetenz zu stärken und Verantwortung für sich, ihre Familien und die Gesellschaft zu übernehmen.

Förderung von drei weiteren Regionalen Arbeitsstellen


Das Integrationsministerium und das Schulministerium des Landes NRW stellen der Stadt Bonn, dem Kreis Warendorf und dem Rhein-Kreis Neuss Mittel zur Einrichtung einer Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) bereit. Noch in diesem Jahr können an diesen drei Standorten neue Regionale Arbeitsstellen eingerichtet werden.

Quellen:
Pressemeldung des Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen vom 03.12.2011
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