Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen
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Schwerpunktthema

Familien mit Jugendlichen: Neue Herausforderungen

Familien mit Jugendlichen benötigen Unterstützung bei der Erfüllung der manchmal schwierigen Aufgaben, die diese Lebensphase mit sich bringt. Hier stellen wir Konzepte, Ideen und praktische Beispiele vor, die sich sowohl an die Jugendlichen als auch an ihre Familien wenden.

 

Jugendlichen ist die Familie wichtig

Lange Zeit galt das Verhältnis zwischen Jugendlichen und ihren Eltern als geprägt durch Abgrenzung und Konflikte. Die Entwicklung hin zu größerer Eigenverantwortlichkeit wurde als Zeit der Loslösung von der Familie und damit auch als Zeit der Auseinandersetzungen und Distanzierung gesehen. Schon seit vielen Jahren sprechen die einschlägigen Jugend- und Familienstudien jedoch eine ganz andere Sprache.

Sicherlich ist auch heute das Verhältnis zwischen Jugendlichen und ihren Eltern nicht konfliktfrei. Nach eigener Auskunft kommt jedoch die überwältigende Mehrheit der Jugendlichen gut mit ihren Eltern zurecht. Wir finden gute Familienbeziehungen und hohe Zufriedenheit bei den jungen Menschen. Jugendliche erhalten von Ihren Eltern Unterstützung in vielen Bereichen, und wissen dies auch zu schätzen. Das haben nicht zuletzt die großangelegten Shell-Jugendstudien nachweisen können.

 

Familien prägen Lebenssituation und Lebenschancen im Jugendalter

Für die Entwicklung von Kindern spielt die Familie grundsätzlich eine ausschlaggebende Rolle. Dass dies auch für Jugendliche gilt, hat die Forschung in mehrerlei Hinsicht in den letzten Jahrzehnten belegt. Eltern helfen keineswegs „nur“ bei der Berufswahl oder bei den Hausaufgaben. Sie prägen vor allem durch das eigene Verhalten, durch Gespräche in der Familie und durch ihre emotionale Zuwendung das Erleben und die weitere Entwicklung ihrer heranwachsenden Kinder. Deshalb geht man heute davon aus, „...dass die häufig geäußerte Vorstellung, dass die eigene Familie im Jugendalter zunehmend an Bedeutung verliert, korrigiert werden muss“ (14. Kinder- und Jugendbericht, BMFSFJ 2013, Seite 156).

Nicht zuletzt ist dies auch auf Entwicklungen im Bildungssystem zurückzuführen: Längere Bildungszeiten führen zu einer verzögerten (ökonomischen) Unabhängigkeit der jungen Menschen, und die hohen Leistungsanforderungen der Schule lassen die Unterstützung durch Eltern unverzichtbar werden. Eltern sind daher heutzutage länger für ihren Nachwuchs verantwortlich und sie sind in vielen Bereichen gefordert, um ihren Kindern einen erfolgreichen Start in ein selbständiges Leben zu ermöglichen.

 

Einbeziehung von Eltern in das Hilfesystem

Eltern sind nicht nur rechtlich, sondern auch bezüglich eigener und fremder Erwartungen mit den typischen Herausforderungen und insofern mit den Entwicklungsproblemen der Jugend konfrontiert. Eine richtige und altersangemessene Dosierung von Kontrolle und Autonomie durch die Eltern gilt dabei als ein zentraler Schlüsselmechanismus für die erfolgreiche Bewältigung von Entwicklungsaufgaben und Entwicklungsproblemen auf dem Weg ins Erwachsenenalter.

Die außerordentlich wichtige Rolle der Familie im Prozess des Erwachsenwerdens wird zunehmend erkannt und in pädagogischen Maßnahmen berücksichtigt. Dies gilt für den schulischen Bereich, aber auch im Rahmen von Freizeitangeboten, in Gesundheitsfragen oder auch im Umgang mit abweichendem Verhalten werden Eltern immer häufiger als „Erziehungspartner“ einbezogen.

 

Auch Familien mit Jugendlichen brauchen Unterstützung

Mit der Anerkennung der Relevanz von Eltern für den Prozess des Erwachsenwerdens gerät die Lebenssituation der Familien und deren Bedeutung für die Jugendlichen in den Blick. Auch hier machen sich die großen sozialen Unterschiede in den Lebens- und Teilhabechancen bemerkbar. Benachteiligungen in ökonomischer, sozialer oder kultureller Hinsicht sind ein Grund dafür, dass manche Eltern ihren Aufgaben nicht ausreichend gerecht werden können. Für diese Eltern sind unterstützende Hilfen unverzichtbar.

Hilfen für Familien mit Jugendlichen – vor allem mit Jugendlichen in schwierigen Situationen – werden zum einen dadurch geboten, dass Jugendliche selbst bei der Bewältigung ihrer Entwicklungsaufgaben professionell begleitet und unterstützt werden. Dies kommt den Jugendlichen zugute und trägt zur Entlastung ihrer Eltern bei. Angemessene Hilfe benötigen aber auch viele Eltern, die Schwierigkeiten haben, den an sie gestellten Anforderungen im Rahmen der Begleitung ihrer heranwachsenden Kinder nachzukommen. Vor diesem Hintergrund wird in der Fachöffentlichkeit immer häufiger gefordert, neben den jungen Familien auch die Familien mit älteren Kindern nicht aus dem Blick zu verlieren.

Erstellungsdatum: 12.06.2013, letzte Aktualisierung am 04.09.2013
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gedruckt am  14.10.2019
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