Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

Werkstattreihe

"Kommunales Management für Familien im Sozialraum" (Gelsenkirchen)

Beim Workshop am 16. März 2011 im Wissenschaftspark in Gelsenkirchen ging es um das Thema „Kommunales Management für Familien im Sozialraum“. Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen der Kommunalverwaltung erfuhren hier Wissenswertes zu grundsätzlichen Konzepten der Sozialraumorientierung und ließen sich von konkreten Projektideen inspirieren.
Die Lebenssituation und die Lebenschancen von Familien werden in hohem Maße durch die sozialen Strukturen in ihrem Wohnquartier und im „Sozialraum“ beeinflusst. Jeder Sozialraum hat dabei seine eigenen Besonderheiten, Stärken und Herausforderungen. Kommunale Familienpolitik sollte diese kleinräumigen Strukturen im Blick haben und sie bei der Entwicklung von Unterstützungsangeboten und Maßnahmen berücksichtigen. Von diesen grundsätzlichen Annahmen gingen die Beiträge und Diskussionen im Workshop aus.

Regina Vogel, für das Thema „kommunale Familienpolitik“ zuständige Referatsleiterin im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, stellte zu Beginn die zentralen Elemente der landespolitischen Unterstützung der Kommunen vor und betonte, dass die Kommunen weiterhin auf die Unterstützung des Ministeriums zählen könnten.

Warum eine sozialräumliche Perspektive für kommunale Familienpolitik wichtig und wie verbreitet diese in den Kommunen Nordrhein-Westfalens ist, zeigte Dr. Angelika Engelbert, Leiterin des IQZ. Nach neuesten Forschungsergebnissen orientiert sich fast die Hälfte aller Kommunen bei ihrer Familienpolitik bereits an sozialräumlichen Strukturen.

 

Integrative Ansätze in den Projekten der „Sozialen Stadt“

Für Projekte, die im Rahmen des Bundesprogramms „Soziale Stadt“ gefördert werden, sind die sozialräumliche Arbeit und eine integrative Sicht auf die Verhältnisse im Stadtteil grundlegend. Margarete Meyer (Netzwerk Soziale Stadt NRW) stimmte die Teilnehmenden auf die Bedeutung der Sozialraumanalyse und des Quartiersmanagements ein. Sie skizzierte eine Reihe von Projektbeispielen, mit denen die Situation der Familien im Stadtteil nachhaltig verbessert wurde und hob hervor, dass sowohl die Aktivierung zum bürgerschaftlichen Engagement als auch die Vernetzung der Akteure im Stadtteil wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit seien.

 

Sozialraumorientierung in Gelsenkirchen

In Gelsenkirchen sind Ansätze sozialräumlicher Planung besonders weit fortgeschritten, veranschaulichte Stadtplanerin Janina Feldmann. Zu den Zielen der Stadtentwicklung gehört unter anderem die Stabilisierung und Erneuerung ausgewählter Stadtquartiere. Auf der Basis umfassender Sozialraumanalysen wurden diese Gebiete bestimmt, Handlungsbedarfe festgelegt und Programme entwickelt. Entscheidend seien eine langfristige Perspektive und die Etablierung von Netzwerken, um die Nachhaltigkeit der Maßnahmen zu sichern. Gleichzeitig würden für das gesamte Stadtgebiet regelmäßig Sozialraumgespräche und Monitoringprozesse durchgeführt.

Wie der Stadtumbau ganz konkret in der Gelsenkirchener Großsiedlung Tossehof aussieht, zeigte die Quartiersmanagerin Beate Rafalski anhand vieler Einzelbeispiele. Pfarrer Rolf Heinrich berichtete von der Arbeit des Vereins „Bildungsoffensive Gelsenkirchen Hassel“. Über Kleinprojekte, die zum Beispiel die Sprach- und Lesekompetenzen in Kitas und Grundschulen förderten, sei es gelungen, Vernetzungsstrukturen im Stadtteil aufzubauen. Schulische und außerschulische Bildungsarbeit wurde zum Beispiel durch die mit Unternehmen kooperierende Jugendfirma „Mehrwert“ miteinander verknüpft. Eine zentrale Botschaft von Rolf Heinrich lautete: „Kurzfristig realisierbare Projekte ohne große Investitionen sind wichtig, aber es braucht jemanden, der sich darum kümmert.“

 

Teilnehmende nehmen Erkenntnisse und Anregungen mit

In Arbeitsgruppen trugen die Teilnehmenden für sie wichtige Botschaften des Workshops zusammen. Hierzu gehörten unter anderem folgende Aussagen:

  • Zur Einführung der sozialraumorientierten Arbeit ist eine gemeinsame Philosophie und Strategie wichtig. Damit man „in Sozialräumen denken“ kann, sollten alle Beteiligten „an einen Tisch“ geholt werden. Für ein solches Umdenken in der Verwaltung kann die Unterstützung durch neutrale Stellen oder eine externe Begleitung hilfreich sein.
  • Ohne eine sozialraumbezogene Datengewinnung und -pflege ist die Durchsetzung von Sozialraumorientierung schwierig.
  • Ehrenamtliche Leistungsträger und „Kümmerer“ sind wichtig. Deshalb muss das bürgerschaftliche Engagement im Sozialraum gefördert werden.
  • Es gibt auch viele Möglichkeiten, ohne oder mit wenig Geld gute sozialraumorientierte Projekte kurzfristig durchzuführen, dennoch sind Sozialraumbudgets hilfreich.
  • Konkrete Beispiele sind hilfreich und können zu eigenen Initiativen anregen. Austausch und Zusammenarbeit von Kommunen sind ein guter Weg, damit „...das Rad nicht immer neu erfunden werden muss.“

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