Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

Werkstattreihe

"Familienpolitik in kleineren kreisangehörigen Kommunen im Regierungsbezirk Arnsberg" (Meschede)

Mehr als 30 familienpolitische Akteure aus den kleineren Kommunen des Regierungsbezirks Arnsberg informierten sich am 22. April 2010 im Kreishaus in Meschede über aktuelle Entwicklungen der kommunalen Familienpolitik in kleineren Kommunen. Handlungsnotwendigkeiten wurden diskutiert und vor allem Strategie und Vernetzung gefordert.

 

Landesinitiative "Familie kommt an" vorgestellt

  • Familienpolitik nach vorne bringen: Treffen im Regierungsbezirk Arnsberg.
Das Informations- und Qualifizierungszentrum für Kommunen (IQZ) hatte im Auftrag des nordrhein-westfälischen Familienministeriums zum Workshop unter dem Motto "Familienpolitik in kleineren kreisangehörigen Kommunen“ eingeladen. Stellvertretend für den Landrat Dr. Karl Schneider begrüßte Wolfgang Böhm, Leiter des Fachbereichs „Schule und Jugend“, die Anwesenden.

Eva-Marie Frings, Leiterin des Referates „Kommunale Familienpolitik“ im nordrhein-westfälischen Familienministerium, stellte die drei Bausteine der Landesinitiative „Familie kommt an. In Nordrhein-Westfalen“ vor. Dazu gehören das Informations- und Qualifizierungszentrum für Kommunen (IQZ), das auch das Internetportal für die kommunale Fachöffentlichkeit rund um das Thema Familienpolitik "www.familie-in-nrw.de" betreut, das landesweite Aktionsbündnis für familiengerechte Kommunen, sowie das "Audit familiengerechte Kommunen“. Auf Initiative der nordrhein-westfälischen Landesregierung wurde es gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung und der berufundfamilie gGmbH als ein Instrument konzipiert, mit dem Kommunen ihre familiengerechten Angebote systematisieren und nachhaltig weiterentwickeln können. Ziel des Audits ist es, die Implementierung kommunaler Familienpolitik nachhaltig voranzubringen. Die ersten Kommunen erhielten auf einer Veranstaltung in Düsseldorf ihr Zertifikat.

 

Bestens am Ball: Beispiele aus Olsberg und Wilnsdorf

Auch für kleinere Kommunen sei vor allem die Ausrichtung auf strategische, örtliche, verlässliche, sozialraumorientierte und passgenaue Strukturen der Familienpolitik wichtig, verdeutlichte Dr. Angelika Engelbert, Leiterin des IQZ: „Familien brauchen Unterstützung vor Ort – überall!“

Praktische Beispiele eines kommunalen Managements für Familien lieferten die Olsbergerin Jutta Maas-Osterfeld und Eva Schleifer aus der Gemeinde Wilnsdorf. Jutta Maas-Osterfeld, eine zertifizierte Familienmanagerin, stellte das „Familienbüro Olsberg“ vor. Es dient als Anlaufstelle für alle Fragen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger zum Thema Familie, bietet ebenso Generationen übergreifende Projekte wie Angebote für bestimmte Altersgruppen. Das Spektrum reicht vom Malwettbewerb bis zur Erweiterung des Familienportals im Internet für Senioren und Pflege. Familien, die sich gerade über Nachwuchs freuen, bringt Jutta Maas-Osterfeld beim Hausbesuch ein „Baby-Begrüßungspaket" mit Glückwünschen des Bürgermeisters und gebündelten Informationen zu allen relevanten Familienfragen.

Eva Schleifer beschrieb das familienpolitische Konzept der Gemeinde Wilnsdorf. Die Kommune hat einen eigenen Familienbericht erstellt und daraus Prioritäten für ihr Handeln abgeleitet. Das Neue Kommunale Finanzmanagement (NKF) wird in Wilnsdorf genutzt, um familienbezogene Kooperation und Vernetzung zu stärken. Beim Neuen Kommunalen Finanzmanagement geht es nicht mehr nur um Geldverbrauch, sondern sehr viel grundsätzlicher um Fragen des Ressourcenverbrauchs. Kooperation kann zum Beispiel dazu beitragen, Doppelarbeit zu vermeiden.

 

Perspektivwechsel anstreben - Vernetzungen befördern

Nach Ansicht der Teilnehmenden könnte ein kommunales Familienmanagement in ihren Kommunen besonders durch eine strategische Orientierung und durch die Etablierung einer Vernetzungskultur gestärkt werden.

Zur strategischen Orientierung gehöre ein politischer Auftrag durch professionell handelnde Politiker. Grundsätzlich sollte ein Perspektivwechsel angestrebt und der Familienpolitik in der Kommune eine höhere Priorität eingeräumt werden. Hierzu sei es notwendig, ein familienpolitisches Konzept als Basis und zugleich als Klammer für familienpolitische Aktivitäten zu verabschieden. Mit einem solchen Konzept sei auch in wirtschaftlichen Krisen eine klare Verhaltensorientierung beim wichtigen Thema Familie gegeben.

Für die Etablierung einer Vernetzungskultur seien gerade für kleinere Kommunen Vereins- und Ehrenamtsstrukturen wichtig. Ziel sollte es deshalb sein, familienpolitische Akteure, Vereine und weitere ehrenamtlich Tätige in Netzwerke einzubinden und Win-Win-Situationen zu schaffen. Denn die Motivation, sich zu engagieren, hänge wesentlich davon ab, wie gut sich eine Gruppe kenne und wie hoch das Maß an gegenseitiger Verbindlichkeit sei. Vertrauen und Wertschätzung seien wesentliche Voraussetzungen dafür. Unklare Aufgabenstellungen und Doppelstrukturen ließen sich über die Vernetzungsarbeit, eine Anlaufstelle im Rathaus sowie die externe Moderation der Netzwerktreffen vermeiden.

Weitere Veranstaltungen des IQZ im Jahr 2010

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