Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

Werkstattreihe

"Familienpolitik in kleineren kreisangehörigen Kommunen in den Regierungsbezirken Düsseldorf und Münster" (Borken)

"Familienpolitik in kleineren kreisangehörigen Kommunen" lautete der Titel des Workshops am 14. Januar 2010 im Kreis Borken, zu dem mehr als 30 familienpolitische Akteure aus den kleineren Kommunen der Regierungsbezirke Münster und Düsseldorf zusammen gekommen waren. Vertreten waren alle Ebenen der Kommunalverwaltungen.

 

Landesinitiative vorgestellt

Der Landrat des gastgebenden Kreises Borken, Dr. Kai Zwicker, hob die große Bedeutung der Familienpolitik für den Kreis hervor. Besonders wichtig sind hier attraktive Wohnorte und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. „Erfolgreiche Familienpolitik ist heute auch Wirtschaftsförderung“, so Dr. Zwicker. Eva-Marie Frings, Leiterin des Referats „Kommunale Familienpolitik“ im nordrhein-westfälischen Familienministerium, berichtete über Hintergründe, Intention und aktuelle Beiträge des Landes zur Stärkung des „Zukunftsthemas Familienpolitik“. Im Rahmen der Landesinitiative „Familie kommt an. In Nordrhein-Westfalen“ gehören hierzu neben dem Informations- und Qualifizierungszentrum für Kommunen vor allem die Initiierung und Begleitung des Aktionsbündnisses für familiengerechte Kommunen, an dem sich neben der Landesregierung 15 Dachorganisationen auf Landesebene beteiligen, sowie das Audit familiengerechte Kommunen. Dieses wurde auf Initiative des Landes gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung und der berufundfamilie gGmbH entwickelt und befindet sich derzeit in der Erprobungsphase. Ziel des Audits ist es, eine nachhaltige Implementierung von kommunaler Familienpolitik voranzubringen.

 

Grundlegende Strukturen und konkrete Beispiele

Eine Einführung in die Bedeutung der kommunalen Ebene für die Familien und in die besonderen Herausforderungen an eine kommunale Familienpolitik gab die Leiterin des IQZ, Dr. Angelika Engelbert. Sie machte deutlich, dass vor allem die Ausrichtung auf strategische, örtliche, verlässliche, sozialraumorientierte und passgenaue Strukturen der Familienpolitik wichtig ist.

Praktische Beispiele eines kommunalen Managements für Familien waren ein weiteres Thema des Workshops. Doris Gausling stellte die Initiative „der familienfreundliche Kreis Borken“ vor, bei der u.a. ein Marketingkonzept für kommunale Familienpolitik entwickelt wurde, und Claudia Wiemer berichtete über die „Familienjobbörse“ der Gemeinde Raesfeld, in der Angebot und Nachfrage nach familienunterstützenden Dienstleistungen zusammen kommen können. Die Gemeinde Wilnsdorf, deren familienpolitisches Konzept die Moderatorin Beatrix Schwarze erläuterte, hat einen eigenen Familienbericht erstellen lassen und nutzt das Neue kommunale Finanzmanagement, um familienbezogene Kooperation und Vernetzung zu stärken.

 

Wie kann ein strategisches Management verankert werden?

Gemeinsam trugen die Teilnehmenden zusammen, was in ihren Kommunen passieren muss, um ein kommunales Familienmanagement strategisch zu verankern und zu stärken. Dabei kristallisierten sich wichtige Aspekte des Themas heraus: Marketing, konkrete Angebote für Familien, Vernetzung zwischen Kommunalverwaltung und anderen Akteuren in der Kommune, Entwicklung eines kommunalen Familienmanagements, familienfreundliche Arbeitswelt und Bildung. Zwei dieser Themen wurden in Arbeitsgruppen vertieft.

Bei der Einführung eines kommunalen Familienmanagements sahen die Arbeitsgruppenmitglieder unter anderem die Politik in der Pflicht. Ein politischer Auftrag durch professionell handelnde Politiker wurde als wichtige Voraussetzung gesehen. Hierfür sollte die Politik aber umworben und überzeugt werden. Ganz wichtig erschien es auch, Bedarfe festzustellen und bestehende Strukturen zu verändern. Grundsätzlich sollte ein Perspektivwechsel angestrebt und der Familienpolitik in der Kommune eine höhere Priorität eingeräumt werden.

Moderationswand mit aufnotierten Ergebnissen
  • Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe werden festgehalten
Diese Ziele könnten beispielsweise durch die Nutzung aktueller Stimmungen (z.B. demografische Entwicklung), durch die „Mitnahme möglichst aller Gruppen“, durch Einladungen an die Kämmerei, durch eine Strategietagung der Verwaltung, durch professionelles Marketing, durch die Vorbildfunktion der Kommune mit familienfreundlichen Arbeitsbedingungen oder durch Zielvereinbarungen auf der Leitungsebene erreicht werden.

 

Ehrenamtliche Arbeit in der Kommune mehr wertschätzen

In dieser Arbeitsgruppe wurde zunächst deutlich, dass bereits viele Vernetzungsinitiativen in den Kommunen gestartet wurden, auch wenn die eingerichteten Strukturen nicht immer zur Zufriedenheit aller funktionieren. Eine wichtige Frage war, wie die Mitarbeit der Vereine und der ehrenamtlich Tätigen in den Netzwerken zu stärken ist. Als mögliche Ansatzpunkte wurden zum Beispiel eine positive Sicht auf Vorhandenes und eine entsprechende Darstellung seiner Bedeutung sowie die öffentliche Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit genannt.

Zu wenig konkrete inhaltliche Impulse für die Arbeit von Bündnissen war ein weiteres, von den Teilnehmenden genanntes Problem. Die Diskussion ergab unter anderem, dass auch hierfür das kontinuierliche Engagement aller Bündnispartner wichtig sei. Die Motivation, sich zu engagieren, hänge wesentlich davon ab, wie gut man sich in der Gruppe kennt und wie hoch das Maß an gegenseitiger Verpflichtung ist. Dies wiederum werde durch Vernetzung maßgeblich gefördert.

Innerkommunale Kooperation könne zudem durch eine verbesserte Mitarbeit der Arbeitgeber gestärkt werden. Vorhandene Netzwerke der Wirtschaft, wie etwa Werbegemeinschaften könnten hierfür mit ins Boot geholt werden. Die Kommune solle im Kontakt mit Unternehmen für das Thema „Familie“ sensibilisieren und dabei den Mensch in den Mittelpunkt stellen.

Weitere Veranstaltungen des IQZ im Jahr 2010

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