Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

Werkstattreihe

"Familienpolitik in kleineren kreisangehörigen Kommunen im Regierungsbezirk Köln" (Düren)

Wie kann die Familienpolitik in kleineren Kommunen noch stärker gemacht werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Workshops "Familienpolitik in kleineren kreisangehörigen Kommunen im Regierungsbezirk Köln". Durchgeführt hat ihn das IQZ im Rahmen der Werkstattreihe der Landesinitiative "Familie kommt an. In Nordrhein-Westfalen".
Eingeladen in das Dürener Kreishaus war die Leitungsebene der kleineren Kommunen (bis 28.000 Einwohnerinnen und Einwohner) aus dem Regierungsbezirk Köln. 23 Teilnehmende nutzten im April 2009 die Möglichkeit, sich zu informieren und sich auszutauschen. Begrüßt wurden sie von Georg Beyß, Kreisdirektor des Kreises Düren.

 

"Familienpolitik ist Zukunftspolitik"

"Familienpolitik ist Zukunftspolitik", erklärte Eva-Marie Frings, damalige Leiterin des Referates Kommunale Familienpolitik des nordrhein-westfälischen Familienministeriums. Sie präsentierte die Ergebnisse verschiedener Modellprojekte im Auftrag des Landes zur Unterstützung des kommunalen Managements für Familien. Die Landesregierung habe sich zum Ziel gesteckt, das kinder- und familienfreundlichste Bundesland zu werden. Auf dem Weg dorthin habe das Land bereits viele Akzente gesetzt. Dazu gehöre auch die Landesinitiative "Familie kommt an. In Nordrhein-Westfalen". Das Land habe sie vor einem Jahr initiiert, um Kommunen noch intensiver dabei zu unterstützen, optimale Rahmenbedingungen für Familien zu schaffen. Die Angebote im Kontext der Landesinitiative wie die Werkstattreihe des IQZ, die Zertifizierungskurse zum kommunalen Familienmanager, das Internetportal "familie-in-nrw.de" sowie weitere Beratungs- und Informationsofferten des IQZ stünden selbstverständlich auch den kleineren Kommunen zur Verfügung.

 

Blindflug durch Familienberichterstattung vermeiden

Einen Überblick über die Herausforderungen an kommunale Familienpolitik in kleineren Kommunen gab Dr. Angelika Engelbert, die Leiterin des IQZ. Sie machte unter anderem deutlich, dass die Ausgangssituation in jeder Kommune anders ist. Ein „Blindflug“ in der Familienpolitik könne besonders durch eine solide Datengrundlage vermieden werden, beispielsweise durch eine gute Familienberichterstattung. Gerade für kleinere Kommunen ist eine gelingende Zusammenarbeit mit dem Kreis enorm wichtig. Der Vortrag stellte daher auch Herausforderungen an ein kommunales Management für Familien auf Kreisebene vor und betonte die Bedeutung der Kooperation zwischen den kreisangehörigen Städten bzw. Gemeinden und dem Kreis „auf Augenhöhe“.

 

Kreis Düren: Viele Beispiele guter Praxis

Auf besonderes Interesse der Teilnehmenden stieß anschließend die Präsentation von Beispielen guter Praxis durch drei zertifizierte Familienmanagerinnen aus unterschiedlichen Kommunen.
Die Vielfalt der familienpolitischen Ansätze im Kreis Düren wurde durch die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises, Elke Ricken-Melchert, vorgestellt. So hat der Kreis z.B. eine Familienkarte eingeführt, und in fast allen Kommunen ist dort das erste Jahr in der Kindertagesstätte beitragsfrei.
Eva Schleifer (Familienmanagerin, Wilnsdorf) informierte darüber, dass die Gemeinde Wilnsdorf aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein auf der Basis von Sonderauswertungen des Kreis-Familienberichtes ihre familienpolitischen Handlungsempfehlungen entwickelt hat.
Silke Dickmann (Beigeordnete, Waldbröl) stellte das Konzept der Stadt Waldbröl vor, die derzeit als Pilotkommune des Oberbergischen Kreises in Kooperation mit einem Wohlfahrtsverband ein strategisches Management für Familien entwickelt.

 

Strategische Orientierung voranbringen

Das Thema „Strategisches Management“ und die damit zusammenhängenden notwendigen Veränderungen in der Verwaltungsausrichtung hatten sich die Teilnehmenden auch für die Diskussion in einer Arbeitsgruppe ausgewählt. Gemeinsam wurde zusammengetragen, wodurch die derzeitige Situation gekennzeichnet ist und was verändert werden sollte. In diesem Zusammenhang setzten die Teilnehmenden unter anderem am fehlenden Bewusstsein innerhalb der Verwaltung für die Bedeutung einer familienpolitischen Gesamtstrategie an.
Vor allem die Einführung einer durch Offenheit und Vertrauen geprägten Kommunikationskultur innerhalb der Verwaltung wurde als ein möglicher Ansatzpunkt genannt. Überzeugungsarbeit durch die Verwaltungsspitze und eine gute Mitarbeiterförderung und -entwicklung können aus Sicht der Teilnehmenden dazu beitragen, eine strategische Orientierung der Familienpolitik voranzubringen und die Familienfreundlichkeit vor Ort zu stärken.

 

Ehrenamtliches Engagement fördern und einbeziehen

Ein zweiter Themenkomplex, der die Teilnehmenden in besonderem Maße beschäftigt hat, war die Förderung und sinnvolle Einbeziehung ehrenamtlichen Engagements. In einer zweiten Arbeitsgruppe ergab sich als ein Problempunkt der Ist-Analyse, dass bei der Verwaltung häufig ein hoher Arbeitsaufwand bei der Umsetzung der gemeinsam mit den Ehrenamtlichen geplanten Maßnahmen verbleibt. Dies – so die Sicht in der Arbeitsgruppe – ist auch darauf zurückzuführen, dass das Vereinswesen nur wenig strukturiert ist und dass unklare gegenseitige Erwartungen und Vorstellungen zur Ressourcenlage vorhanden sind. Als mögliche Schritte zur Lösung wurden die Schaffung einer Vertrauensbasis z.B. durch Einzelgespräche zwischen Verwaltung und Verein, die zusammenfassende Bestandsaufnahme sowie Gruppengespräche zur Koordination und zur Vermeidung von Konkurrenzen genannt.

 

Blick nach vorn

„Mir war gar nicht bewusst, was wir alles bei uns im familienpolitischen Bereich bereits haben. Jetzt geht es darum, es besser zu strukturieren und bekannt zu machen." So lautete die abschließende Rückmeldung eines Teilnehmers, der sich die Runde weitestgehend anschließen konnte.

Weitere Veranstaltungen des IQZ im Jahr 2009

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