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Aachen: Netzwerk gegen Kinderarmut

Mit dem „Aachener Netzwerk gegen Kinderarmut“ will die Stadt Aachen aktiv die Folgen von Kinderarmut bekämpfen und jedem Kind gute Ausgangsbedingungen für sein Leben ermöglichen. Dazu gab es jetzt eine Auftaktveranstaltung. (01.06.2012)
Fast jedes vierte Kind in Aachen lebt laut Statistik von Sozialgeld. Dazu kommen geschätzte 10.000 Kinder aus Familien, die mit prekären Arbeitsbedingungen, Wohngeldbezügen, gesundheitlichen und psychischen Problemen oder ähnlichen Belastungssituationen konfrontiert sind. Um den Folgen von Kinderarmut aktiv entgegenzuwirken und jedem Kind in Aachen gute Lebens- und Ausgangsbedingungen zu ermöglichen, soll nun ein „Aachener Netzwerk gegen Kinderarmut“ aufgebaut werden.

Bereits zwei Jahre zuvor hatte der Rat der Stadt Aachen im Audit „Familiengerechte Kommune“ beschlossen, ein konkretes Konzept und einen Maßnahmenplan durch die Fachbereiche Kinder, Jugend und Schule sowie Soziales und Integration gegen Kinderarmut zu entwickeln. Der in diesem Zusammenhang entwickelte Rahmenplan gab Ziele vor und beschrieb, wie das Konzept gegen Kinderarmut konkret entwickelt werden sollte. Insbesondere die Beteiligung von Fachleuten als Experten vor Ort spielte bei der Konzeptentwicklung für zunächst zwei ausgewählte Pilot-Stadtteile (Aachen-Nord und Haaren/Verlautenheide) eine zentrale Rolle.

Der Rahmenplan sieht eine Präventionskette „von der Geburt bis zum erfolgreichen Berufseinstieg“ vor. Die Kindergartenkinder sind die erste Gruppe, auf die sich das Netzwerk fokussieren wird. Im Elementarbereich erweisen sich die Belastungen durch Kinderarmut als sehr massiv, was Interviews mit den Kindertagesstätten vor Ort bestätigt haben. Danach wird die Präventionskette für die erste Lebensphase entwickelt.

Nun fand in Aachen die Auftaktveranstaltung des „Aachener Netzwerk gegen Kinderarmut“ statt, welches das Ziel hatte Bürgerinnen und Bürger stadtweit für das Thema zu sensibilisieren und über die Inhalte, Ziele und Strukturen des Vorhabens zu informieren sowie zur Mitarbeit im Netzwerk zu motivieren. Auch alle Akteure des Elementarbereiches im Feld der Kinderarmut wurden eingeladen. Themen und Referenten waren in diesem Zusammenhang:

  • Was Kinderarmut bedeutet und welche Auswirkungen ein Aufwachsen in Armut haben kann (Stellvertretende Sprecherin der „Nationalen Armutskonferenz“)
  • Vorstellung „Monheim für Kinder – Mo.Ki“ als positives Beispiel für gelingende Netzwerkarbeit (Jugendamtsleiterin der Stadt Monheim)
  • Rahmenplan der Stadt Aachen und die Umsetzung des städtischen, strukturellen Konzeptes gegen Kinderarmut in den zwei ausgewählten Sozialräumen (Kommunale Netzwerkkoordinatorin)
  • Aufzeigen der Notwendigkeit einer Kooperation von bürgerschaftlichem und kommunalem Engagement, um Kindern in Armutslagen ein positives Aufwachsen zu ermöglichen (Pfarrer im sozialen Kölner Brennpunkt Höhenberg-Vingst)

Gleichzeitig diente das erste Treffen dazu, die Akteure über die Kinderarmutslage in Aachen-Nord, dem ersten Pilot-Stadtteil zu informieren. Dies geschah anhand der definierten Problembereiche „Ernährung, Bewegung und Gesundheit“, „Sprachförderung“, „Elternbildung & helfende Hand“ und „Soziale und kulturelle Teilhabe“ sowie über die vorliegenden Sozialraumdaten für den Stadtteil und die Problemanalyse in Form der durchgeführten Interviews.

In einer gemeinsamen Absichtserklärung wurde die Bereitschaft zur Netzwerkarbeit festgehalten sowie über den Namen des Netzwerks abgestimmt. Das Netzwerk wird zukünftig „KIM – Kinder im Mittelpunkt“ heißen.

Das Förderprogramm des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) „Soziale Teilhabe ermöglichen – Kommunale Netzwerke gegen Kinderarmut“ unterstützt die Anstrengungen der Stadt, für das Wohlergehen von Kindern zu sorgen. Aachen erhält insgesamt Fördergelder in Höhe von 64.000 Euro und ist die erste Großstadt in Nordrhein-Westfalen, die im Rahmen dieses Programms gefördert wird.




Quellen:
Online-Recherche auf www.aachen.de, 01.06.2012
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